Tag 114 & 115 - Der Lake District National Park

31. August - 1. September 2018

Um zum Lake District zu kommen fahren wir heute einen Großteil der Strecke auf der Autobahn. Ach ist das herrlich auf so großen Straßen unterwegs zu sein und unser Wohnmobil rollt und rollt und rollt. Endlich zeigt das Navi mal keine 2 Stunden für 100 Kilometer an. Am frühen Nachmittag kommen wir nach einer entspannten Fahrt auf dem Campingplatz an und packen auch gleich unsere Rücksäcke für eine Wanderung. 

 

Da es heute sonnig ist und für Morgen Regen angesagt ist nutzen wir den heutigen Tag für die Wanderung. Der kleine Ort Pooley Bridge ist unser Ausgangspunkt und gefühlt gibt es hier mehr Pubs und kleine Geschäfte als normale Wohnhäuser. Direkt nach dem Ortsausgang geht es dann hinauf zu den Bergen und schon nach wenigen steilen Metern bergauf können wir das schöne Panorama mit Blick auf den Ullswater See betrachten. Hier oben wird es ein wenig karger und die Schafe schauen ganz neugierig aus dem Gebüsch wer da des Weges kommt. Wir machen eine kleine Picknickpause und machen uns dann wieder auf den Weg ins Tal. 

 

Das erste Haus auf das wir treffen scheint schon viele Jahre verlassen zu sein und wir schauen uns ein wenig um - hier ist die Zeit auf jeden Fall stehen geblieben. Sören findet in einer Ecke eine alte Münze - was für eine Aufregung. Da wir aber nicht zuordnen können, wem der ganze Kram in dem verlassenen Haus gehört, lassen wir alles wie vorgefunden zurück. Der Weg für uns immer wieder durch mit Gattern abgesperrte Weiden auf denen uns Schafe oder Kühe begrüßen. Später trifft der Weg auf den See und führt uns entlang des Wassers nach 4 Stunden zurück zum Campingplatz.

 

Wie angekündigt zeigt sich dann der nächste Tag nicht von seiner sonnigsten Seite und so legen wir einen Haushalts- und Entspannungstag ein. Der Lake District National Park ist unbedingt eine Reise wert und ein paar Tage mehr hätten hier mit Sicherheit auch nicht geschadet. Ob Rad fahren, wandern oder mit einem Kanu über die vielen Seen - ein Abstecher lohnt sich.Da wir aber eine Verabredung in Edinburgh haben führt uns unsere Reise weiter in Richtung Schottland. 

Tag 116 - Die ersten Stunden in Edinburgh

2. September 2018

Das Land der Männer in Röcken ist heute unser Ziel - es geht auf nach Schottland!

Der heutige Morgen hat uns mit wunderbaren Wetter und strahlendem Sonnenschein begrüßt, aber kaum haben wir die Grenze nach Schottland überquert fängt es an zu regnen. Aber nicht so ein kleiner englischer Landregen sondern eher ein Regen wie bei der Ice-Bucket-Challenge. In diesem Sinne also herzlich Willkommen in Schottland!

 

Der Stellplatz liegt am Stadtrand von Edinburgh und ist riesengroß. Wir haben uns für einen Gras-Stellplatz entschieden und rangieren ungefähr 20 Minuten umher bis wir in etwa gerade stehen, da der Platz leider sehr uneben ist. Danach nur noch Strom anschließen und das TV Signal überprüfen. Leider merken wir erst jetzt das wir gar kein TV Signal haben und so fangen also wieder von vorn an. Die Auffahrkeile wieder neu ausrichten und mit der Wasserwaage überprüfen ob wir gerade stehen. Nach weiteren Minuten haben wir es dann geschafft und alles läuft. Viele von Euch werden sich jetzt sicher fragen, warum wir beim Camping auch mal Fernschauen. Ich denke wenn man so lange unterwegs ist wie wir, braucht man ab und zu auch ein wenig Fremdbespaßung und so ist ein gemütlicher Fernsehabend eine willkommene Abwechslung für uns.

 

Glücklicherweise fährt direkt vom Campingplatz ein Bus in die Stadt. An der Haltestelle ist in vielen Sprachen dargestellt wie es hier mit dem Busfahren funktioniert. Auf jeden Fall Hand raushalten, da der Bus ansonsten einfach vorbeifährt. Danach das Geld beim Fahren in einen Schacht werfen und sagen welches Ticket man kaufen möchte. Passend muss man das Geld auch haben, da der Busfahrer kein Wechselgeld hat. Als der Bus dann da ist haben wir Glück da die oberen Plätze ganz vorn an der großen Scheibe noch frei sind. So bekommen wir also eine Stadtrundfahrt und Edinburgh scheint schon auf den ersten Blick großartig zu sein.

 

Als wir gegen 19.00 Uhr in der Stadt eintreffen machen wir uns sofort auf den Weg zum Calton Hill, da von hier oben ein toller Blick auf die Stadt zu sehen ist. Sören richtet seine Kamera ein und wir so machen es uns über den Dächern von Edinburgh gemütlich. Morgen werden wir unsere Freundin Rita treffen, am Tag darauf eine Stadtbesichtigung mit einem einheimischen Guide durchführen. Wir freuen uns auf die Tage in Edinburgh.

Tag 117-123 Gemeinsame Momente mit Rita in Schottland

3. - 9. September 2018

Nach fast 5 Monaten ist die Freude wirklich groß und wir begrüßen Rita in Edinburgh. Das Wiedersehen wird wie es sich gehört in einem typischen Pub gefeiert. Am nächsten Morgen starten wir entspannt in den Tag und beginnen unsere Besichtigung von Edinburgh gemeinsam mit Rita. Bevor unsere geführte Tour durch Edinburgh startet, gehen wir noch einmal hinauf zum Calton Hill und genießen wie die historische Stadt langsam in den Tag erwacht. 

Nach einem leckeren Kaffee begrüßt uns Fraser herzlich zum Stadtrundgang. Wir durchwandern die verschiedenen Zeitepochen und Entwicklungen der historischen Altstadt, bekommen viele Tips, bestaunen uralte Gräber auf Friedhöfen und hören gespannt den Erzählungen zu. Eine wirklich schöne Tour auf welcher wir auch einiges über die Geschichte des Landes erfahren.

Natürlich darf ein gutes Bier im ältesten Pub Edinburghs sowie ein traditionelles Mittagessen nicht fehlen und so entscheiden wir uns für Pulled Pork mit Haggis und Apfelsauce, neu interpretiert durch "OINK". Misstrauisch probieren wir alle nacheinander die seltsame Mischung und kommen schnell zu einem Fazit - unglaublich lecker, sollte jeder einmal probiert haben. Danach gehen wir in einen kleinen Käseladen auf der Victoria Street. Wir haben erfahren, dass man im nächsten Pub ein passendes Bier zum ausgewählten Stück Käse bekommt - also gesagt getan und ebenso eine sehr leckere Erfahrung. Wir schweifen noch einige Zeit durch die beeindruckende Hauptstadt Schottlands. Das National Museum of Scotland bietet ein sehr schöne Dachterrasse mit Blick auf die Stadt, das Museum selbst ist kostenlos und auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Circus Lane liegt etwas abseits vom Trubel und ist eine der schönsten kleinen Straßen der Stadt. Vor allen Häusern wurden Blumen und Pflanzen gepflanzt - man fühlt sich direkt heimisch. Auch hier kommen wir wieder mit einem netten Schotten ins Gespräch. Wir machen noch einen Abstecher zur Venen Alley, einer kleinen historischen Gasse mit Blick auf das Edinburgh Castle und beenden den Tag bei Live-Musik in einem Pub. Edinburgh hat uns auf ganzer Linie beeindruckt, überrascht und in seinen Bann gezogen. Dies war sicher nicht unser letzter Besuch.

Nach den aufregenden Tagen in der großartigen Stadt Edinburgh geht die Reise nun in die pure Natur weiter. Den Stellplatz im „Loch Lomond & the Trossachs National Park“ haben wir schon im Vorhinein online gebucht und so geben wir nur noch die Koordinaten ins Navi ein und fahren 2 Stunden später in den One-Way-Drive in den Nationalpark ein. Die Kiesstraße schlängelt sich durch die Natur bis zu unserem Übernachtungsplatz. Da es heute noch regnen soll brechen wir nach einer Tasse Kaffee am frühen Nachmittag zu einer Wanderung um den See Loch Drunkie auf. Als wir nach 3 Stunden wieder am Wohnmobil ankommen fängt es auch promt an zu regnen. Was ein Glück! 

 

Wir machen es uns gemütlich und bereiten uns am Abend ein paar Wraps zu. Kaum hat der Regen etwas nachgelassen, bauen wir ein Lagerfeuer auf und so flackern die Flammen in der Dunkelheit der Nacht. Was für eine besondere Stimmung! Genau das sind die Momente die unsere Reise zu so etwas Besonderem machen. Am späteren Abend kommt dann noch der ein oder andere Drink hinzu was uns einen ganz schönen Kopf bescheren wird - aber das wissen wir ja jetzt noch nicht. :-)

Der letzte Abend war so zu sagen feucht fröhlich und so wachen wir am nächsten Morgen leider mit ordentlichen Kopfschmerzen auf. Zumindest betrifft das uns Mädels - Sören hat wohl noch den richtigen Moment abgepasst und nicht den berühmten letzten "schlechten" Drink getrunken. Das sich die Kiesstraße im Nationalpark durch etliche Kurven auszeichnet ist in diesem Zustand natürlich besonders herrlich. Nach einem Frühstück irgendwo unterwegs am See mit leckerem Rührei wird die Stimmung aber langsam besser. Eine Grundlage ist nun geschaffen und das heutige Whisky Tasting in Oban kann starten. 

 

Der Ort ist eine kleine Hafenstadt und gilt als Tor zu den Hebrideninseln. Wir schlendern ein bisschen die Hauptstraße entlang, essen noch Fish & Chips und gegen 11.00 Uhr startet unsere Führung in der Oban Whisky Distillery. Während der einstündigen Tour erfahren wir alles rund um die Herstellung und eine Kostprobe gehört natürlich auch dazu. Zum Abschied bekommen wir unser Tastingglas geschenkt - eine coole Erinnerung!

 

Am Nachmittag fahren wir dann weiter nach Port Appin. Hier haben wir einen kleinen Stellplatz mit nur fünf Stellplätzen herausgesucht. Wir haben echtes Glück das genau noch einer der Stellplätze frei ist. Die Gebühr von 15 Euro packen wir in einen Umschlag und den wiederum in einen Briefkasten. Ansonsten ist hier nicht viel los, außer der wunderbaren Aussicht auf das Castle Stalker und den vielen kleinen Stechmücken. Kaum haben wir unseren Tisch und die Campingstühle aufgebaut und das Abendessen Spaghetti Carbonara aufgetischt, fallen die Mückenschwärme über uns her. Da es kaum auszuhalten ist, brechen wir kurzerhand unser Outdoor-Dinner ab und verkriechen uns mit unserer Pasta ins Wohnmobil. 

Nach dem wir gestern Abend fast von den unzähligen kleinen Midges aufgefressen wurden, starten wir heute früh nach Glencoe. Schon auf der Fahrt entfaltet sich die wahre Schönheit der Natur in Schottland. Hinter jeder Kurve hört man im Wohnmobil ein ahhh, ohhh, schau mal... Die Highlands sind wirklich beeindruckend und die Vegetation in Schottland abwechslungsreicher als gedacht. In Glencoe angekommen machen wir uns ein kleines Frühstück und wandern dann ins sagenumwobene Tal der Tränen. Was für eine wunderschöne Landschaft, was für eine grausame Geschichte. Das Hochlandtal Glencoe war Schauplatz des berühmtesten Massenmords Schottlands. Heute zieht es Wanderer aus aller Welt in diese beeindruckende Landschaft. Ebenso wurden hier einige Szenen für den „Gefangenen von Azkaban“ aus der Harry Potter-Filmreihe gedreht. Nahe dem Clachaig Inn und dem Signal Rock stand zum Beispiel Hagrids Hütte und das Ende der Brücke zur Hogwarts-Schule. Eine schöne Einstimmung auf den kommenden Tag.

 

Wir genießen die gemeinsame Zeit mit Rita sehr - schön das wir solch bleibende Momente gemeinsam erleben können. Am Abend genießen wir bei wechselhaftem Wetter eine heiße Dusche, essen selbstgemachte Burger und genießen die gemeinsame Zeit. 

 

Es liegt ein Zauber in der Luft - unser heutiger Ausflug bringt uns zum Glenfinnan Viadukt. Zwei mal am Tag fährt hier der Jacobite Zug entlang, besser bekannt als Harry Potter Zug. Zusammen mit vielen anderen Touristen steigen wir einen Berg hinauf um den besten Blick auf die historische Bahn zu erhaschen. Um 10.45 Uhr ist es dann soweit. Alle zücken ihre Kameras und der Zug fährt mit viel Dampf und dem typischen Schnaufen der Lok an uns vorbei. Die Berge, das Viadukt und der Zug erinnern uns wirklich an die Harry Potter Filme und die Magie ist spürbar. Als das Spektakel dann vorüber ist setzen wir unseren Bergaufstieg fort und wandern noch oberhalb der Höhen entlang. Eine kurze aber wirklich schöne Wanderung die zu den siebt schönsten in Schottland zählen soll. 

 

Im nächst größeren Ort machen wir dann zum Mittagessen halt. Unsere Freundin Rita gönnt sich eine Schale Muscheln und wir uns Fish & Chips im Café 115. Gut gesättigt klappern wir noch die Geschäfte der Hauptstraße ab, probieren noch einen kleinen Whisky und Gin, schauen uns hier und da noch ein paar Souvenirläden an und Sören kauft sich neue Wanderschuhe, da die alten hinüber sind. 

 

Da Rita am 10. September mit dem Zug ab Kyle of Lochalsh ihre Rückreise antreten wird, machen wir heute noch ein bisschen Strecke und fahren durch die Highlands. Hier ist wirklich nichts mehr, nur Berge und Natur. Mitten im Nichts steht das kleine Hotel Cluanie Inn und wir schlagen auf dem Parkplatz unser Lager auf. Hier ist es so super dunkel, dass man kaum die eigene Hand vor Augen sieht. Später am Abend wir es nochmal laut, als ein Hubschrauber ein paar Kreise über uns zieht und Minuten lang die Gegend abzusuchen scheint. Merkwürdig - vielleicht werden ja ein paar Wanderer gesucht? Wir werden es wohl nicht erfahren. Der Regen hat mittlerweile wieder eingesetzt und mit dem prasselnden Geräusch auf dem Dach schlafen wir ein.

Die Nacht war rau, kalt und regnerisch. Als wir erwachen ziehen dichte Wolken tief durch die Highlands, immer wieder beginnt es zu regnen. Wir starten in unsere letzte gemeinsame Etappe mit Rita. Nach wenigen Minuten kommen wir in Dornie an und können schon von weiten das wohl bekannteste Schloss Schottlands, das Eilean Donan Castle, erblicken. Bevor wir jedoch zu einer Besichtigung starten gibt es ein leckeres Frühstück bei "All the Goodness". Solch leckere Zimt- und Karamellschnecken haben wir noch nie gegessen, wow! Weiter geht es zum Schloss, welches im 13. Jahrhundert erbaut wurde und schon in einigen Filmen zu sehen war. Nach einer kurzen Außenbesichtigung des Schlosses geht es weiter zu unserem heutigen Ziel, der Reraig Caravan Site in der Nähe von Kyle of Lochalsh, dem Tor zur Isle of Skye. Leider wird uns Rita morgen wieder in Richtung Heimat verlassen. Um 6.11 Uhr geht der Zug, welcher innerhalb von ca. 6 Stunden durch die herrliche Natur zurück nach Edinburgh führt. Sieben unglaublich intensive und eindrucksvolle Tage liegen hinter uns. Wir haben sehr viel gesehen, gelacht und unsere eigene kleine Schottland Geschichte geschrieben. Vielen Dank liebe Rita das Du dich auf den weiten Weg nach Schottland für uns gemacht hast - es war eine tolle Zeit mit dir!!!

Tag 124 - Into the Rain of Isle of Skye

10. September 2018

Bevor wir am morgigen Tag auf die Isle of Skye aufbrechen, nutzen wir den regnerischen Tag um unser Wohnmobil auf die kommende Zeit vorzubereiten. Der Wetterbericht sagt stürmische und regnerische Tage auf der Isle of Skye voraus. Es sind einige Outdoor Aktivitäten geplant und wir hoffen, dass das Wetter doch noch ein wenig mitspielt. Aktuell regnet es aber in Strömen und dies den ganzen Tag lang. Der Regen hier ist anders als in Deutschland oder Skandinavien - er ist kurz, heftig und sehr ergiebig. Nach endlos langen Sommertagen in Skandinavien werden die Tage nun langsam wieder kürzer und auch kälter. In der Nacht werden es manchmal nur noch 5 Grad und am Tag weht oft ein heftiger Wind. Hier in Schottland verspüren wir definitiv schon Herbststimmung und sehnen uns nach einem Kamin.

Das Publikum um uns herum verändert sich langsam wieder. Nach sehr interessanten und auch verrückten Individualisten im Frühjahr, waren die Sommermonate eher von Urlaubern geprägt. Nun ändert sich das Bild langsam wieder und wir sind oft umgeben von lebenshungrigen Abenteurern. Der Platz auf welchem wir noch eine Nacht verbringen werden, befindet sich direkt vor der Isle of Skye und ist somit ein Anlaufpunkt für viele, die sich in den kommenden Tagen wie wir in die Wildnis stürzen werden. Auch die Straßen werden immer leerer, man merkt das sich die Saison dem Ende zuneigt.

Tag 125 - Fairy Pools und Neist Point 

11. September 2018

Die ganze Nacht lang plätschert und peitscht der Regen gegen unser Wohnmobil - es wird nicht die letzte ungemütliche Nacht bleiben, da sind wir uns sicher. Kurz nach dem Aufstehen erblicken wir dann auf einmal Sonnenschein, das Wetter scheint sich langsam zu verbessern. Doch der Schein trügt, dies werden wir später noch zu spüren bekommen.

In einem kleinen Dorfladen direkt an der Küste füllen wir unsere Vorräte auf und fahren gespannt auf die Isle of Skye. Wir haben verschiedenen Punkte, welche wir die kommenden Tage anfahren möchten, wollen uns aber treiben lassen und uns nach dem Wetter richten. 

Als erstes fahren wir die Fairy Pools an. Auf dem Weg dahin fahren wir an saftig grünen Wiesen, geschorenen Schafen, Schottland Rindern und den typischen kleinen weißen Häusern vorbei. Ebenso passieren wir die Sligachan Brücke und machen einen ersten Halt. Angekommen auf dem Parkplatz bei den Fairy Pools packen wir unsere Rucksäcke und freuen uns über mildes Wetter und leichten Sonnenschein. Der Weg zu den kleinen Wasserfällen ist auf Grund der starken Regenfällen der letzten Tage sehr beschwerlich, extrem matschig und mühsam. Wir müssen kleiner Flüsse überqueren und versinken nicht nur einmal im Matsch. Nach ca. einer Stunde erreichen wir langsam die pittoreske Landschaft, welche die Fairy Pools umrahmt. Sören macht die ersten Bilder und freut sich über die mystische Stimmung. Doch die Freude dauert nicht lang - innerhalb weniger Minuten zieht sich der Himmel zusammen und ein ergiebiger Schottischer Landregen mit starken Windböen prasselt auf uns ein - wir sind nass, pitschnass. Da helfen leider auch keine Regencapes mehr. 

Nach nur 15 Minuten ist der Spaß dann auch wieder vorbei, die Wolken verziehen sich und die Sonne blinzelt langsam wieder hinter den Wolken hervor. Wir begeben uns auf den Rückweg und genießen noch einmal die atemberaubende Landschaft. Oft haben wie gelesen, dass es hier stets überfüllt ist. Wir hatten Glück, durch den extremen Schlamm und übertretende Flüsse, haben viele Touristen bereits vorher abgebrochen und so stehen wir zeitweise allein an den Fairy Pools.

Nach einer kleinen Stärkung im Wohnmobil fahren wir weiter in Richtung Neist Point. Die Fahrt verläuft entlang grüner Bergketten und fjordartigen Buchten. Wie können langsam verstehen, warum die Isle of Skye eine wahre Perle der Natur ist. Die Straßen werden ebenso immer einsamer aber auch enger. Bald schon sind es nur noch Single Track Roads mit Ausweichbuchten. Doch man gewöhnt sich schnell daran. Angekommen am Neist Point begrüßt uns ein heftiger Wind. Die Wellen peitschen an die Klippen, kurze Regenschauer und die blinzelnde Sonne sorgen für herrliche Regenbögen. Eigentlich wollten wir hier heute Nacht übernachten, doch bei dem Wind ist es einfach nicht möglich. Wir wandern die Klippen entlang und bestaunen die grünen Wiesen. Überall stehen kleine Schafe herum und lassen es sich gut gehen. 

Langsam treten wir den Rückweg an und fahren einen in der Nähe gelegenen Campingplatz an. Viele unserer Sachen sind noch nass und wir wollen diese schnell trocknen. Die Heizung läuft auf Hochtouren und wir kochen uns ein leckeres Abendbrot. Draußen peitscht der Wind und Regen gegen das Wohnmobil. Liebe Isle of Skye vielen Dank für den authentischen Empfang :-).

Tag 126 - Fairy Glen & The Quiraing

12. September 2018

Die vergangene Nacht war stürmig, sehr stürmung und so sitzt Sören bereits ab 4.30 Uhr am Laptop und plant die kommenden Wochen. An Schlaf war auf Grund des Windes einfach nicht mehr zu denken. Hoffentlich sind die bevorstehenden Nächte ruhiger. 

 

Langsam beginnt die Sonne das Tal zu erwärmen. Auch wir bereiten uns auf den neuen Tag vor. Nach einem leckeren Frühstück sitzen wir auch schon im Fahrerhaus und fahren unser erstes Ziel für heut an, Fairy Glen. Ein Ort der einen verzaubert mit seiner Stimmung! Vielleicht sind die alten Märchen doch Realität?! Niemand weiß, woher Elfen und Feen genau kommen. Die Einen sagen, sie seien die Geister von Toten. Andere vermuten, dass es Engel sind, die nicht gut genug für den Himmel waren. Für das Fairy Glen bei Uig auf der Isle of Skye haben sich die Fabelwesen besondere Mühe gegeben. Kleine Tümpel mit Seegras schmiegen sich um geriffelte Kegel. Bäume greifen mit langen Fingern in den Himmel. Kleine Bäche und Wasserfälle winden sich durch abgeschiedene Täler. Über allem hält die Castle Ewen Wache. Castle Ewen ist kein Schloss sondern ein hoch aufragender Gesteinsbrocken mitten im Tal. Doch er hat tatsächlich Ähnlichkeit mit einem Wachturm oder einer kleinen Festung. Beim Fairy Glen waren die selben Kräfte am Werk, wie beim Quiraing oder dem Old Man of Storr: Gletscher. Hier aber haben sie wesentlich filigranere Arbeit geleistet. Ein ganz toller Ort der mit Respekt behandelt werden sollte da er komplett begehbar ist. 

Weiter geht es in Richtung The Quiraing, ebenso ein landschaftliches Highlight auf der Isle of Skye. Die Fahrt führt über eine Hochebene und natürlich über eine einspurige Straße. Wir haben uns bereits an das ständige ausweichen gewöhnt - der Verkehrt auf der Skye ist trotz dessen sehr angenehm. Schon von Weitem erkennen wir den sehr gut gefüllten Parkplatz und zugleich auch Startplatz der Quiraing Wanderung. Durch tiefen Matsch machen wir uns auf den Weg, die Landschaft ist in der Tat sehr beeindruckend. Immer wieder ziehen dunkle Wolken durch das Tal, die Sonne nutzt jedes Wolkenloch um die Berge zu erleuchten. Diese Wanderung lohnt sich sehr und sollte bei keinem Besuch der Isle of Skye ausgelassen werden.

Am Abend suchen wir uns einen Freistehplatz am Meer. Als wir ankommen ist es windstill und das Meer hat sich durch die Ebbe weit zurückgezogen. Beides wird sich am späten Abend noch ändern. Umso dunkler es wird um so schneller steigt das Meer an und füllt die Bucht. Leider dreht auch der Wind auf. Es wird unsere unruhigste Nacht im Camper, welche wir je hatten. Der Wind peitscht gegen das Wohnmobil. Wir versuchen uns neu auszurichten um dem Wind nicht so viel Angriffsfläche zu geben - es ist aussichtslos. Bis tief in die Nacht liegen wir wach und schlafen erst gegen 4.00 Uhr ein.

Tag 127 bis 130 - Kilt Rock & Old Man of Storr

13. - 16. September 2018

Zerknirscht und immer noch müde erwachen wir am Morgen. Was für ein Nacht, wir hatten stets das Gefühl die Dachluken fliegen uns gleich davon. Aber es ist alles gut gegangen und wir machen uns auf zum Kilt Rock. Die Klippe, welche wie ein Schottenrock aussehen soll, wird von einem Wasserfall begleitet und ist bei den Touristen sehr beliebt. Ein Reisebus nach dem anderen fährt den kleinen Parkplatz an. Wir machen schnell ein Foto und nehmen Reisaus vor den Massen.

Zu jedem Besuch auf der Isle of Skye gehört wohl ein Besuch des Old Man of Storr unabdingbar dazu. Die hoch in den Himmel ragende und 48 Meter hohe Felsnadel ist wohl das meist fotografierte Motive der Insel. Eine wirklich schöne und auch etwas anstrengende Wanderung führt über einen steilen Anstieg in eine andere Welt. Immer wieder ziehen Wolken dicht an der Bergen vorbei, Regenschauer wechseln sich mit Sonnenschein ab - ein herrliches Naturschauspiel. Der Ansturm durch Touristen hält sich heute auf Grund der Regenschauer durchaus in Grenzen und so haben wir auch einsame Momente in der bizarren Gesteinswelt. Wir machen Rast und wollen gerade in einen Apfel beißen, als es auf einmal hinter uns kracht. Als wir uns umdrehen bemerken wir, dass aus den oberen Bergen kleine und auch größere Steine nach unten fallen. Schnell gehen wir lieber weiter und vertagen unsere Pause. Um unsere Wanderungen zu planen nutzen wir übrigens die App Komoot, welche wir euch sehr empfehlen können. Nach 3 Stunden kommen wir glücklich am Wohnmobil an und freuen uns, dass das Wetter so halbwegs durchgehalten hat. 

Am frühen Abend verlassen wir dann die Isle of Skye und fahren zu unserem Basislager in Kyle of Lochalsh zurück. Hier haben wir schon vor dem Besuch auf der Skye einen Tag verbracht. Der Platz liegt windgeschützt und so schlafen wir nach einer heißen Dusche tief und fest ein. 

Weiter ging es nun über Glencoe, den Loch Lomond und Glasgow an die Küste nach Ayr. Hier haben unsere Vorräte aufgefüllt und konnten endlich mal wieder Wäsche waschen. Ebenso haben wir alle Fähren für die nächsten Wochen gebucht und unsere weitere Reise geplant. Oftmals nimmt dies doch eine ganze Menge Zeit in Anspruch und die Tage können eigentlich nicht lang genug sein.

 

Während der letzten Tage haben wir oft an die Lieben zu Hause gedacht und senden auf diesem Weg ganz liebe Grüße in die Heimat. Die letzten Wochen waren extrem erlebnisreich, spannend aber auch anstrengend. Jeden Tage kommen neue Eindrücke dazu und manchmal wünschten wir uns etwas mehr Zeit um die Eindrücke zu verarbeiten oder würden diese gern intensiver mit der Familie teilen. Aktuell stehen wir in der Nähe von Cairnyran und warten auf unsere Überfahrt nach Nordirland. Schon morgen werden wir in Belfast sein und dann bis an die Küste im Norden fahren, bevor wir uns über die Westküste bis nach Dublin vorarbeiten. 

Tag 131 - Von Schottland nach Belfast, Nordirland

17. September 2018

Direkt an der Straße hatten wir uns gestern Abend einen Stellplatz oder vielmehr Parkplatz in der Nähe des Hafens von Cairnryan ausgesucht - die letzte Nacht in Schottland. Heute Morgen klingelte dann der Wecker um 05.30 Uhr, da um 07.30 Uhr die Fähre ablegen sollte. Wir hatten es kaum mehr als 10 Minuten bis zum Hafen und der Check-In ging recht fix. Die Security schaute wie üblich auch ins Fahrzeuginnere, ob sich vielleicht noch jemand im Bad, den Schränken oder unter den Matratzen versteckt. Da wir aber keinen blinden Passagier dabei hatten, gingen wir schon bald an Board und 10 Minuten früher als gedacht legte die Fähre ab. 

 

Nach genau 2 Stunden betraten oder vielmehr befuhren wir dann zum ersten Mal nordirischen Boden. Schon in der letzen Woche hatten wir eine Bestellung in einem Geschäft aufgegeben und somit war dieses unser erster Anlaufpunkt auf der Insel. Vor einigen Wochen war uns leider ein kleines aber sehr nützliches Teil unserer Kameraausrüstung abhanden gekommen - die Fernbedienung zur Langzeitbelichtung für Sörens Kamera.  Nach einem kurzen Zwischenstop im Decathlon, ging es dann auch schon zum Campingplatz weiter. Auch hier packten wir nach einigen Minuten schon wieder unsere Rucksäcke und machten uns mit dem Bus auf in die Stadt.

 

Der Bus hielt direkt an der City Hall, dem zentralen Punkt der Stadt und spontan nahmen wir an einer Besichtigungstour durch die „heiligen Hallen“ teil. Ein schöner Einblick in die Geschichte der Stadt und allerlei interessante Fakten wurden uns während der einstündigen Tour erläutert. Anschließend ließen wir uns noch ein wenig durch die Stadt treiben - eigentlich auf dem Weg zu einem der urigesten Pubs der Stadt. Doch leider nutzen wir einen falschen Wegpunkt auf unserer Karte, so dass wir genau auf der anderen Seite der Stadt ankamen als wir eigentlich wollten. Leider blieb keine Zeit mehr umzukehren da wir um 17.00 Uhr schon eine „Verabredung“ hatten. 

 

Die letzte Öffnungsstunde des Titanic Museums in Belfast erhält man zu einem vergünstigten Preis - also fanden wir uns dort pünktlich ein um die Geschichte der Titanic von der Erbauung bis zum Untergang zu verfolgen. 

 

Nach dem Museumsbesuch machten wir noch unsere Bushaltestelle ausfindig die uns wieder zum Campingplatz bringen sollte - gar nicht so einfach hier, da jede Busnummer eine eigene Haltestelle hat. Auf dem Rückweg haben wir dann wie üblich unseren Besuch Revue passieren lassen und was sollen wir sagen? Unser Eindruck von Belfast fällt etwas bescheiden aus - grau, teilweise echt schmutzig und unspektakulär. Noch einmal würde es uns nicht in diese Stadt ziehen, aber dies ist wie vieles im Leben Geschmacksache.

Tag 132 & 133 - The Dark Hedges

18. - 19. September 2018

Unserer Reise hat uns bisher schon an viele schöne Orte Europas geführt und heute steht weiteres Highlight ein auf unserer Agenda. Die Dark Hedges - ein beliebtes Fotomotiv für alle Nordirland-Reisenden.

 

Im Nordosten des Landes unweit der Küste treffen wir auf die Buchenallee, die im 18. Jahrhundert gepflanzt wurde. Wie ein Tunnel greifen die Äste der imposanten Bäume ineinander und lassen ein mystisches Bild entstehen. Die Bregagh Road scheint wohl die meist fotografierte Allee der Welt zu sein und ziert unzählige Postkarten. Auch bei Game of Thrones Fans sollte die Allee als "Kings Road" bekannt sein. Und so machen auch wir hier Halt um dieses einzigartige Motiv in einem Bild festzuhalten. Speziell während der Abendstunden entfaltet das pittoreske Ensemble seinen ganzen Charme.

 

Eigentlich hatten wir vor direkt weiterzureisen, da aber ein mächtiger Sturm angekündigt ist, verweilen wir lieber im Landesinneren als direkt an die Küste zu fahren. Mit bis zu 120km/h wird Orkan Ali heute übers Land ziehen und  so legen wir eine kleine Zwangspause ein. Bei unserer Ankunft fragten wir im Dark Hedges Hotel an, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürften und die Dame der Rezeption stimmte dem unkompliziert zu. So stehen wir auf dem riesigen Busparkplatz ganz allein und schauen uns die schnell vorbeiziehenden Wolken aus dem Wohnmobil an. 

Tag 134 & 135 - Slieve League & Classiebawn Castle

20. - 21. September 2018

So schnell wie der Orkan Ali am gestrigen Tag über das Land brauste, so schnell wurde es am Abend wieder ruhiger und wir verbrachten noch eine angenehme Nacht bei den Dark Hedges.

Nun ging es aber weiter an die nördlichste Küste von Nordirland. Die Natur hier lässt sich gut mit den Landschaften von Wales vergleichen. Saftig grüne Wiesen, unendlich viele Schafe und Kühe, Steinmauern und schroffe Küsten. Die wohl bekannteste Küste im Norden ist der Giants Causeway, welcher seit 1986 auch UNESCO Welterbestätte ist. Das Besondere an diesem Strandabschnitt sind die fast 40.000 meist sechseckigen Basaltsäulen, welche in den Himmel ragen. Da man für einen Strand kaum Geld nehmen kann, hat der Ire sich für günstige 6 Pfund Parkgebühren entschieden. Wir meinen - kann man mal gesehen haben, muss man aber nicht. Ganz in der Nähe befindet sich das Dunluce Castle oder besser gesagt die Ruinen davon. Stur scheint es seit Jahren der wilden Küsten zu Wiederstehen, ein imposanter Anblick. 

In Richtung Westen verlassen wir Nordirland und fahren in Irland ein. Relativ schnell verändert sich das Straßenbild. Die Verkehrswege sind besser ausgebaut, die Ortschaften sehen gepflegter, freundlicher und wohlhabender aus. Nach vielen Wochen mit fremder Währung steht nun wieder der Euro auf der Rechnung. Was uns in den letzten Monaten extrem aufgefallen ist, sind die vielen Lidl Filialen in ganz Europa. Meist alles neu erbaute Märkte mit riesigem Sortiment und sehr gut sortiert. Lidl wir mögen Dich!

Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt kommen wir an den Klippen von Slieve League an. Mit über 600 Metern Höhe zählen die Klippen mit zu den höchsten in ganz Europa. Zum Vergleich: die Kreidefelsen von Rügen haben nur eine Höhe von ca. 120 Metern. Ein wirklich beeindruckendes Naturschauspiel. Wir packen unsere Rucksäcke und laufen zu den schroffen Felsformationen. Zunächst ist das Wetter sonnig und Windstil, dies ändert sicher allerdings innerhalb weniger Minuten zu Sturm und Regen. Die kommende Nacht verbringen wir an einem alten Fischerpier mutterseelenallein mitten im Nirgendwo. Die Temperaturen fallen auf 5 Grad.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter in Richtung Sligo. Unser erster Stopp ist das Classiebawn Castle. Der Wind hat frisch aufgedreht und wir atmen frische Meeresluft ein. Die Wellen sind mindestens 8 Meter hoch und krachen an die scharfkantige Küste. Im Westen hat sich die Landschaft von Irland noch einmal leicht verändert. Hohe Berge ragen empor, die Wiesen sind noch saftiger und die Meeresluft allgegenwärtig. 

Wir besuchen noch ein verlassenes Herrenhaus, welches komplett von Bäumen zugewachsen ist und es daher so scheint, als wäre es ein Baumhaus. Seit über 70 Jahren steht es nun leer und verfällt langsam, schade. Die Gegend um Sligo ist wirklich schön und hat einiges zu bieten. Vor allem der Benbullen Mountain, welcher stets im Hintergrund der Stadt zu sehen ist, komplettiert das schöne Ensemble. 

Die letzten Nächte waren sau kalt und so entscheiden wir uns heute für einen Campingplatz, eine heiße Dusche und unseren geliebten Elektroheizer. Heute Abend gibt es frische Garnelen mit Pasta und morgen werden wir mal wieder ausschlafen, bevor unsere Reise weiter in Richtung Süden geht.

Tag 136 bis 138 - Achill Island & Cliffs of Moher

22. - 24. September 2018

Irland ist ja bekanntlich eine Insel - unsere heutige Reise führt uns allerdings zur größten Insel der Insel. Achill Island liegt auf der westlichen Seite und für die Fahrt sind knapp 2 Stunden geplant. 

 

Während der Fahrt trinken wir ganz gern Tee aus unserer Thermoskanne. Heute scheint das aber ein abenteuerliches Unterfangen zu sein, da die Straßen dermaßen holprig sind, das der Tee nur so durchs Wohnmobil schwappt. Die Sonne wirft ab und an schon ein paar Strahlen hinter den Wolken hervor und das Grün der Landschaft sticht heute noch stärker hervor. Noch am letzten Dorf unserer Etappe vorbei und die Straße endet am Strand von Keel in einer einsamen Bucht. Herrlich - hier lässt es sich aushalten. Ein traumhafter Strand, große weiße Steine, dahinter die steil aufsteigenden Klippen in saftigem Grün mit grasenden Schafen.

Am kommenden Morgen werden wir von sanftem Meeresrauschen geweckt. Es ist kalt und so machen wir uns zunächst eine heiße Zitrone mit Ingwer. Unser nächstes Ziel für den heutigen Tag ist die Kylemore Abbey, die älteste Benediktinerinnenabtei in Irland. Aber auch hier werden zur Nebensaison immer noch scharenweise Busse ausgekippt, daher machen wir nur einen kurzen Fotostopp und setzen unsere Fahrt schnell wieder fort. 

 

Während unserer Reise durch Irland sind wir bisher überwiegend in der Natur gewesen, so dass uns manchmal auch ein bisschen der Trubel fehlt. Also geht es am nächsten Tag ab in die nächste Großstadt Galway und so genießen wir wenig später ein Glas Guiness im Tig Coili Pub. Tolle Location mit irischer Live Musik und authentischem Pub Feeling - so muss das sein. Die kleine historische Innenstadt ist nett gemacht, wir bummeln durch die Geschäfte und gönnen uns ein verspätetes Mittagessen im McDonaghs. Wir entscheiden uns für eine Chowder (Fischsuppe) und Lachs und es schmeckt fantastisch. Am Fluss gehen wir dann zurück zum Wohnmobil und fahren noch ein Stückchen weiter zu unserem Park-4-Night Stellplatz am Meer. Dort trauen wir kaum unseren Augen als vor uns gerade 2 Frauen ins Meer hüpfen. Die Außentemperatur muss so um die 10 Grad sein, wer weiß also wie kalt erst das Wasser ist?! 

 

Neuer Tag, neues Ziel. Die Klippen von Moher sollen beeindruckend sein und so fahren wir entlang der Südwestküste zu den bekanntesten Steilklippen des Landes. Und imposant geht es schon bei den Preisen los - für 8 Euro pro Person kann man die Visitor Experience buchen. Visitor Experience? Wir wollen doch nur die Klippen anschauen und unser Auto parken. Das scheint in Irland aber so Brauch zu sein, viel Pam Pam um ein bisschen Natur und leider ist auch ein wenig Abzocke mit im Spiel. Wir sind aber Füchse, fahren ein Stückchen weiter und ergattern noch einen günstigeren Parkplatz (52.9640 | 9.4315). Von hier aus laufen wir zu den Klippen und es ist wirklich gigantisch schön. Aber auch suuuper gefährlich, da es wirklich senkrecht nach unten geht. Das hält einige aber nicht davon ab direkt an der Abbruchkante Fotos zu machen. Ob es das wirklich wert ist? Die Klippen zählen zu den gefährlichsten Sehenswürdigkeiten der Welt. Immer wieder gibt es Abbrüche oder Suizide. Nichtsdestotrotz genießen wir weiterhin den Weg entlang der Klippen und sind begeistert von der Schaffenskraft der Natur. Den Abend lassen wir dann bei einem tollen Abendessen (Lachs mit Gemüse) auf dem Campingplatz unweit der Klippen von Moher ausklingen. 

Tag 139 bis 142 -  Cork, Annestown, Waterford & Sörens 35.

25. - 28. September 2018

Die letzten Tage sind wirklich wie im Flug vergangen. Das Wetter besserte sich von Tag zu Tag und so haben wie sogar ab und zu Sonnenschein mit bis zu 20 Grad, herrlich. Nachdem wir die Klippen von Moher verlassen haben, reisen wir weiter nach Cork. Hier wollen wir in der Stadt die Seele baumeln lassen, lecker Essen gehen und ein paar Dinge einkaufen. 

Cork ist ein schöne Universitätsstadt mit buntem Treiben und unheimlich viel Verkehr, verdammt viel Verkehr, so viel Verkehr, dass man mit einem Wohnmobil einfach kein Parkplatz findet. Fast eine Stunde kurven wir durch die Stadt und geben dann entnervt auf. Wirklich sehr schade, aber fast alle Parkplätze haben Höhenbegrenzungen und so brechen wir hier ab. Nur wenige Kilometer weiter liegt der kleine Ort Dungarvan. Direkt auf dem Marktplatz gibt es einen schönen Parkplatz und so setzen wir unseren Plan vom Stadtbummel einfach hier um. In Irland gibt es unzählige Fleischer, welcher bei uns in Deutschland ja leider fast ausgestorben sind. Die Läden sind liebevoll eingerichtet und erinnern an vergangene Zeiten. Wir finden im Süden entwickelt Irland noch einmal einen ganz eigenen und besonderen Charme. Die Nacht verbringen wir mal wieder allein am Strand und bei sternenklarem Himmel.

Die kommenden Tage fahren wir entspannt an der Südküste von Irland in Richtung Rosslare. Am Strand von Annestown feiern wir in Sörens 35. Geburtstag hinein. Am Tag selbst scheint herrlich die Sonne und wir fahren nach Waterford. In der Stadt wollen wir heute ein wenig Shoppen gehen und lecker zu Mittag essen. Dafür hat sich Sören für den bekanntesten Pub der Stadt entschieden, welcher für seine unheimlich gute und regionale Küche bekannt ist, der "The Gratten". Als wir vor dem Lokal ankommen, stellen wir beide schnell fest, dass wir ohne die guten Bewertungen im Netz niemals hier gelandet wären. Misstrauisch schauen wir uns die Speisekarte an. Nach wenigen Momenten öffnet sich die Tür und Melisa, der Eigentümer des Pubs, begrüßt uns aufs herzlichste und dies schon vor der Tür. Schon einmal vorab, es war die goldrichtige Entscheidung.

Wir bestellen einen Irish Stew und Bacon mit Mash und Kale. Während wir genussvoll an unserem Guinness nippen, setzte sich Melisa zu uns und erzählt uns so einiges über die Geschichte des Pubs und über sein Leben. Er ist ursprünglich Farmer, hat 5 Kinder und der Pub war nach dem Verkauf seiner Farm an den Staat eigentlich nur ein Hobby. Ein unheimlich guter Gastgeber, der gerne und viel redet aber auch sehr unterhaltsam ist. Das Essen selbst war ausgezeichnet. Selten haben wir so gut in den letzten Wochen gegessen - ein absoluter Geheimtip!

Nach einem erfolgreichen Shoppingnachmittag fahren wir weiter in Richtung Osten und übernachten in Wexford. Heute geht es ganz früh auf einen Campingplatz. Wir bereiten uns auf die lange Überfahrt nach Frankreich vor. Insgesamt werden wir 19 Stunden auf See sein und haben uns eine Meerblickkabine gegönnt. Nach fast 7 Wochen in England, Schottland und Irland heißt es nun langsam aber sicher Abschied nehmen. Es war ein beeindruckende Zeit, kulinarisch speziell und interessant, landschaftlich ein Traum und von der Erfahrung her unvergesslich. Schön auch, dass wir UK noch im Verbund der EU erleben durften und sehr schade, dass man sich dafür entschieden hat aus dieser auszutreten. Die Menschen, welche uns begegnet sind waren stets offen, sehr freundlich und es ist für uns schwer vorstellbar, dass sich die Einwohner bei einem jetzigen Votum wieder für den Austritt entscheiden würden. Wir sagen Danke für die vielen schönen Momente und freuen uns nun auf die bevorstehende Zeit in Frankreich.

Tag 143 & 144 -  Goodbye Ireland - Vive la France

29. - 30. September 2018

Unsere letzte Nacht in Irland ist nun vorüber und heute werden wir uns auf eine lange Reise begeben. Um 16.30 Uhr wird die Fähre von Rosslare in Irland nach Cherbourg in Frankreich ablegen und wir werden insgesamt 17 Stunden auf See sein. Ganz ehrlich - wir sind aufgeregt. Wir haben ja nun schon einige Fährfahrten hinter uns, aber so lang und auch noch über Nacht waren wir noch nie mit einem Schiff unterwegs. Am Hafen checken wir also ein und unsere Ausweise werden kontrolliert. Gleichzeitig erhalten wir auch die „Schlüssel“ für unsere Kabine. Als wir die Buchung vor ungefähr 2 Wochen gemacht haben, haben wir auch gleichzeitig eine 4-Bett-Kabine mit gebucht, denn 17 Stunden im Sessel sitzen ist uns dann doch ein bisschen zu viel. Ds Zimmer stellt sich als zweckmäßig und völlig in Ordnung heraus, aber richtig gemütlich ist natürlich schon was anderes. Wie üblich starten wir auch gleich mit der Erkundung des Schiffes, es ist Tatsache kleiner als gedacht und so stehen wir an Deck und genießen den Blick auf die Keltische See. Als es dann später dunkel wird und man beim Blick aus dem Fenster nur noch die schwarze Nacht sieht merken wir erstmal richtig wie weit wir vom Festland weg sind.

 

Die Nacht wird ein klein wenig unruhig, da ein paar LKW Fahrer wohl zu tief ins Glas geschaut haben und laut an den Türen hämmern. Am nächsten Morgen ist auch noch die Fahne mancher Fahrer zu riechen. Wirklich krass, da sich die Herren ja auch gleich wieder hinters Steuer eines 40 Tonners setzten werden. Das macht nachdenklich...

 

Auf französischen Boden angekommen steuern wir direkt einen Supermarkt an. In den letzten Tagen haben wir viele Vorräte verbraucht und wir freuen uns schon wie Bolle auf die französischen Leckereien. Und was sollen wir sagen? Wir sind im 7. Himmel. Der Käse, die Trauben, der Wein, der Schinken, das Baguette, das Rilette und so vieles mehr. Ach die Franzosen sind eben echte Lebemenschen - herrlich! 

 

Nach unserer Shopping-Tour fahren wir den Campingplatz „Camping de la Plage“  an und es ist einfach wunderbar. Die Besitzerin empfängt uns freundlich und die Anlage ist  ganz bezaubernd. Später unternehmen wir dann noch eine kleine Radtour durch die nächsten Ortschaften und das Flair der Umgebung ist wunderschön. Der erste Tag in Frankreich ist also ein voller Erfolg und knüpft an unsere Erinnerungen an unsere Hochzeitsreise in 2015 an. In diesem Sinne: Vive la France! 

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