Tag 24 - Gutshof Palmse im Laheema Nationalpark

1. Juni 2018

Was für ein herrlicher Sonnenuntergang am gestrigen Abend. Wir haben fantastisch geschlafen und nach einem kleinen aber leckeren Frühstück geht es weiter in Richtung Laheema Nationalpark, von welchem wir schon sehr viel gehört haben. 

Zunächst aber fahren wir den Jägala Wasserfall am Unterlauf des Flusses Jägala, etwa vier Kilometer vor der Mündung des Flusses in den Finnischen Meerbusen, an. Der Wasserfall ist fast acht Meter hoch und über 50 Meter breit. Es handelt sich um den breitesten natürlichen Wasserfall in Estland. Der Unterlauf des Flusses Jägala vom Wasserfall bis zur Mündung ist aus Sicht der Fischerei einer der am wertvollsten in Estland – hier gibt es große Forellen- und Lachsbestände. Nach 6 Wochen ohne Regen in Estland führt der Fluss allerdings nur wenig Wasser.

 

Auf dem Weg zu unserem nächsten Stellplatz fahren wir durch den Ort Palmse, welcher für sein außerordentlich gut erhaltenen Gutshof im Deutsch-Baltischen Stil bekannt ist. Es ist nicht umsonst das bekannteste Landgut Estlands. Erstmalig wurde das Landgut im Jahr 1287 erwähnt - ein wahrhaftiges Stück Geschichte. Vor Ort vereinen sich bauliche Pracht und schiere Größe zu einem in dieser Form einmaligen Gesamtwerk estnischer Herrenhaus-Architektur. Neben dem beeindruckenden Hauptgebäude verfügt Palmse über eine Reihe nicht minder sehenswerter Zusatzbauten, umgeben von pfleglichst gehüteten Parkanlagen. So waren wir sehr von der Orangerie und dem Obstbaumgarten angetan. Sogar eine Distillerie gab es auf dem Gelände. Alles ist wunderschön erhalten und kann für 9,00 € pro Person besichtigt werden. Die örtliche Taverne ist standesgemäß im Brauerei-Trakt untergebracht. Traditionelle Gerichte wie Knoblauchbrot, Kartoffelbrei, Bratfisch, verschiedene Suppen und köstliche Desserts machen Appetit auf mehr. Dieser Ort war ein absolutes Highlight auf unserer Reise.

Nun geht es weiter auf den Stellplatz - Wäschewaschen, Vorkochen und weitere kleine Arbeiten stehen heute noch auf dem Programm. Morgen werden wir dann den Nationalpark erkunden.

Tag 25 - Alte Fischerdörfer und Hochmoore

2. Juni 2018

Der Regen prasselt aufs Dach und ich werde wach. Ein kleiner Schauer zieht übers Land und ich frage mich wie spät es ist. Denn Nachts wird es nur für ein paar wenige Stunden dunkel bevor ab 3.00 Uhr schon wieder der neue Tag beginnt. Mit diesen Gedanken schlafe ich wieder ein und wache ein paar Stunden später wieder auf um in den neuen sonnigen Tag zu starten. 

Auf dem Campingplatz haben wir gestern Wäsche gewaschen und unser Schlafzimmer, Wohnzimmer und Badezimmer geputz - eben alles was auf unseren 10 Quadratmetern zu finden ist. 

 

Mit den Rädern fahren wir nach Käsmu, ein winziges Dorf mit nur einer Strasse und ein paar hübschen Häusern im schwedischen Stil. Am Ende der Straße wird der Weg sandig und ein Wanderweg startet. Wir stellen die Räder ab und laufen entlang der Küste bis zu einer kleinen Landzunge Namens Vana-Jüri Kivid. Direkt an der Küstenlinie zwischen Schilf und Strand liegen riesige Findlinge im Wasser. Als hätte ein Riese seine Kieselsteinchen fallen gelassen. Wie die wohl hier hin gekommen sind?

 

Zurück auf dem Campingplatz leeren wir unseren Abwassertank, füllen frisches Wasser auf und geben die Koordinaten unseres neuen Zieles in unser Navi ein - der  Viru Bog Pfad im Lahemaa Nationalpark. Auf einem kleinen Parkplatz stellen wir unser Wohnmobil ab und laufen ein paar Meter durch einen schönen Nadelwald bevor wir den Steg durch die sumpfige Ebene betreten. Es geht vorbei an Gräsern, Blumen und kleinen Tümpeln bis wir an einen großen See gelanden. Wir machen eine Rast auf einer Bank und entdecken ein paar große Tierspuren im Matsch. Vielleicht ein Elch? Vielleicht ein Bär? Der Weg führt uns schließlich weiter bis zu einem Aussichtsturm und von oben werden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Die Gegend wirkt zwar schön aber zugleich doch etwas unwirklich. 

 

Nach diesem Ausflug steuern wir unseren Stellplatz für die heutige Nacht an. Wir haben uns mal wieder fürs Freistehen entschieden und so schreiben wir diese Zeilen über den heutigen Tag direkt von einem tollen Platz am Meer.

Tag 26 - Eine Reise in eine vergangene Zeit

3. Juni 2018

Mit Vollgas, in unserem Fall 110 Kmh, fahren wir weiter ostwärts in Richtung der russischen Grenze auf der einzigen wirklichen Autobahn Estlands. Bis nach Russland sind es jetzt nur noch 70 Kilometer. Mit offenen Fenstern fahren wir durchs Land und der Nordwestwind bläst uns ins Gesicht - wir hören Musik und singen laut mit. Einfach herrlich!

 

Am gestrigen Abend haben wir uns noch einen kleinen Spaziergang entlang der Küste gegönnt und einen 16 Meter hohen Aussichtsturm im Wald entdeckt. Über einen Holzsteg gelangten wir zu diesem Turm und oben angekommen konnten wir einen herrlichen Ausblick genießen - sogar die vorgelagerte Insel Pedassaar war am Horizont zu sehen. 

 

Direkt an der Küste aufzuwachen und am Morgen als erstes das Meer zu sehen ist wahrlich einer der großen Vorzüge des Reisens mit dem Wohnmobil und auch heute werden wir wieder mit einem schönen Stellplatz direkt an der Küste belohnt.

 

Unsere Tour verläuft heute durchs Hinterland, kleine Dörfer, Wälder und weite Flächen. Seit unserer Abreise nehmen wir den Frühling mit - überall sprießt und blüht es, eine wirklich schöne Jahreszeit. Der letzte Teil der Stecke zum Elhalkivi, dem größten Findling Estlands, verläuft auf Kiespisten. Zunächst noch in gutem Zustand und breit ausgebaut, wird der Weg zunehmend schlechter. Die Schlaglöcher reihen sich aneinander, der Weg verschmälert sich immer mehr, bis dann irgendwann Nichts mehr geht. Wir kommen schlichtweg nicht mehr weiter. Uns bleibt also leider nichts anderes übrig als umzudrehen und diese kilometerlange Schotterpiste wieder zurück bis zur Straße zu fahren. Schon etwas schade, wenn man kurz vorm Ziel nicht mehr weiter kommt. 

 

Die Fahrt durch die Dörfer entschädigt uns jedoch sofort, alte Häuser, Gutshöfe und verlassene Villen laden zum träumen ein. Da all diese Häuser zu großen Teilen alt und leicht verfallen sind, können wir uns um so mehr vorstellen, wie es hier vor hunderten vor Jahren ausgesehen haben muss. Besonders beeindruckt uns „The White House“ in Kunda und der verfallene Gutshof Malla. Prächtige Alleen, weite Wiesen, Gärten mit alten Obstbäumen, Stallungen - wie in einer Zeitreise.

 

Einige Zeit später biegen wir in den Weg zum Campingplatz Mereoja ein und sind von der Lage direkt an den Klippen mit Zugang zum Meer direkt begeistert. 

Tag 27 & 28 - Auf nach Tallinn

4. & 5. Juni 2018

Die Karten, Flyer und der Reiseführer liegen auf dem Tisch und die Planung für die Hauptstadt Estlands beginnt. Wir suchen uns einen hübschen Stellplatz etwas außerhalb der Stadt aus und steuern diesen am nächsten Tag an. Am Abend buchen wir noch schnell die Fähre für die Überfahrt mit der Tallink Star von Tallinn nach Helsinki. Finland steht also schon fast vor der Tür. 

 

Aber zunächst erkunden wir Tallinn - am morgen laufen wir zur Bahnstation und fahren 30 Minuten bis in die Stadt hinein. Dort angekommen steht uns Toompea, der Domberg der sogenannten Oberstadt, direkt gegenüber. Die Treppen führen uns im Zickzack empor und schon sind wir in der Stadt, die früher dem Adel und der Geistlichkeit vorbehalten war, angekommen. Von hier oben genießen wir bei eisigem Wind den schönen Ausblick und mit uns noch die anderen hunderten Kreuzfahrtgäste die in Grüppchen durch die Stadt pilgern. Auch wenn die Stadt selbst sehr ansehnlich ist, so ist der Tourismus und das riesige Angebot an Souvenirläden schon wirklich eine Spur zu viel. 

 

Das Kopfsteinpflaster drückt sich durch die engen Gässchen bis in die Unterstadt. Wir steigen die 263 Stufen im Turm der St. Olav‘s Kirche empor, welche im Jahr 1267 zum ersten mal erwähnt wurde. Wir stehen fast an der Spitze des Turms und Tallinn tut sich förmlich vor uns auf - ein wirklich tolles Panorama von hier oben.

 

Die Schaufenster laden zu einem ausgedehnten Bummel durch die Stadt ein - der nordische Chic ist hier auf jeden Fall zu spüren. In den Kellern der Häuser finden sich viele kleine Restaurants, Pubs und Bars. Nach 5 Stunden Stadtbesichtigung bei nur 12 Grad treten wir nun die Rückreise zum Campingplatz an. Leicht durchgefroren freuen wir uns auf ein warmes Zuhause. Morgen wollen wir das authentische Tallinn erkunden.

Tag 29 & 30 - Mit der Fähre nach Helsinki

6. & 7. Juni 2018

Auf einem eher unromantischen Platz, man könnte auch schlichtweg Parkplatz dazu sagen, haben wir unsere letzte Nacht in Estland verbracht. Direkt am Hafen zwischen den großen Kreuzfahrtschiffen, den Segelbooten und den Fähren gesellten sich die Camper auf einem Fleckchen des Parkplatzareals zusammen. Die Camper passen eben auf einander auf! Nach einem letzten Spaziergang bei sonnigen aber windigen 14 Grad endet der Tag.

 

Die Fähre Star Tallink wird um 10.30 Uhr ablegen - wir sind natürlich schon 08.30 Uhr da und fahren gespannt durch das riesige Gelände des Hafens. Ein Schild weist verschieden Richtungen zum „check-in“ auf. Links für Lkws und rechts für Autos...aber wo gehören wir denn nun dazu? Wir entscheiden uns für die Autospur und liegen richtig. Da wir die Fähre online gebucht haben erhalten wir das Ticket recht schnell und ein Scanner erfasst automatisch unser Nummernschild. Wir sollen auf Spur 7 zur Fähre einfahren und da alle Ampeln auf dem Weg dorthin auf grün stehen, fahren wir direkt ins Schiff hinein und alle anderen Campermobile hinter uns her. Ein freundlicher Herr im Schiffsbauch fragt uns nach unseren Tickets und sagt uns, dass wir auf dem falschen Schiff gelandet sind. Waaas? Unser Schiff sei noch gar nicht da und wird erst in einer halben Stunde anlegen. Also dreht Sören unser Wohnmobil im Schiff um - wer weis wo wir sonst gelandet wären. Was eine Aufregung.

 

Als wir dann in der richtigen Schlange stehen, warten wir noch ein paar Minuten und los gehts. Wir parken das Wohnmobil (nun im richtigen Schiff), schließen ab und fahren mit dem Fahrstuhl auf Deck 9. Von hier oben verfolgen wir, wie das Schiff ablegt und bekommen zum Abschied nochmal, einen wundervollen Blick auf Tallinn.

 

Nach leicht schaukeligen 2 Stunden legen wir in Helsinki an und fahren Richtung Zoo. Unser Stellplatz für die heutige Nacht liegt direkt am Wasser und ist nur 20 Minuten vom Zentrum entfernt. Nachdem wir die Räder vom gröbsten Schmutz der letzten Tag befreit haben, geht es auf in die Stadt. Wir besichtigen den Dom von Helsinki und die Uspenski Kathedrale, schlendern über den Markt und wundern uns über die lustigen Asiatischen Touristen. Wenns mal nicht passt, dann wird man eben für ein perfektes Foto aus dem Bild geschubst.

 

Helsinki ist eine Mischung aus historischen Gebäuden und modernen Neubauten, die mit Sicherheit schön anzusehen sind, aber der Funke springt bei uns einfach nicht über. Es fehlt an Flair und auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind überschaubar. Vielleicht sind wir auch einfach nur etwas von Tallinn und Riga verwöhnt. Uns fehlt in Helsinki der Charme. Da wir heute bereits soweit alles gesehen haben, geht es morgen weiter in Richtung Norden. 

Tag 31 - Finnland du kannst so schön sein

8. Juni 2018

Wir wachen in Schräglage auf, da wir einfach keinen geraden Platz auf dem Parkplatz am Zoo fanden. Ein bisschen wie das Gefühl auf einem Schiff. Am Abend war es noch ordentlich windig geworden und die Kiefer peitschte gegen unser Womo. Kurzerhand hatten wir die Zweige am Stamm festgebunden und ein ruhiger Schlaf war garantiert.

 

Da wir nur eine Nacht auf unserem Stellplatz standen, waren unsere 7 Sachen am heutigen Morgen schnell gepackt und wir fuhren in Richtung Norden nach Turku. Auf der Fahrt in das 183.000 einwohnerstarke Städtchen bekamen wir das erste Mal ein Gefühl für Finnland. Die roten Häuschen, das hügelige Land und die unendlichen Weiten der Wälder und Seen - einfach richtig schön.

 

Ankommen in Turku stellten wir unser Womo am Hafen ab. Dort entstand auch das schöne Foto des 3-mastigen Segelschiffs „Soumen Joutsen“ (zu deutsch: Finnischer Schwan). Wie wir im Nachhinein erfuhren, hat dieses Boot eine bewegte Geschichte hinter sich, angefangen im Jahr 1902.

 

Wir radeln direkt entlang des Flusses Aurajoki in die Stadt hinein und hören aus der Ferne Musik. Es findet wohl ein kleines Gymnastikfest der dort ansässigen Vereine statt - auf kleinen Bühnen strecken und recken sich die Mädels zu cooler Musik. Wir schauen uns ein paar Performances an und fahren weiter zum Dom von Turku, welcher das Hauptgotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands ist. Die vielen bunten Fenstergläser mit biblischen Abbildungen strahlen im Sonnenlicht. 

 

Auf dem Rückweg fahren wir die andere Seite des Flusses retour und genießen die letzten Minuten in Turku. Alles wirklich sehr hübsch gemacht und sehr einladend die Stadt zu erkunden. Wenig später fahren wir zu unserem Ziel Rauma weiter. Direkt am Hafen finden wir einen traumhaften Stellplatz und genießen zum Abschluss des Tages einen schönen Blick auf den kleinen Strand, das Meer und die kleinen Boote.

Morgen wollen wir etwas weiter in die Natur und in einen Ort, welche für seine alten Holzhäuser sehr bekannt ist. Wir freuen uns auf Tag 3 in Finnland. 

Tag 32 - Aus Anne & Sören wurden Sarah & Björn

9. Juni 2018

Nach einer ruhigen Nacht am Hafen von Rauma starten wir in Richtung Finnischer Seenplatte. Wir wollen etwas tiefer in Finnland eintauchen und freuen uns auf Natur pur. Noch schnell bei Lidl die wichtigsten Lebensmittel eingekauft, den Wagen vollgetankt und schon geht es los.

Die Straßen führen durch endlose Wälder, die kleinen Ortschaften liegen immer weiter auseinander und immer wieder diese herrlichen, klaren Seen. So haben wir uns Finnland vorgestellt. Fehlt eigentlich nur noch ein Elch.

Nach 3 Stunden Fahrt erreichen wir einen schönen kleinen Campingplatz direkt an einem See umgeben von tiefen Wäldern. Wie es scheint ist hier noch keine Saison, wir scheinen fast allein zu sein. Schnell haben wir unseren Wagen an den Strom gehangen und laden nach 3 Tagen Freistehen all unsere Akkus auf. Es hat sich bewährt, Essen vorzukochen um beim Freistehen nicht so viel Gas zu verbrauchen - also schnell die Herdplatten rausgeholt und los gehts. 

Nach einem leckeren Abendessen ruft es auf einmal mit einer verwirrten Stimme auf finnisch aus einem kleinen Campinghäuschen - da wir nichts verstehen machen wir uns erstmal keine Gedanken. Auf einmal steht ein Mann an unserem Wohnmobil - anscheinend vollgepumpt mit Drogen, einer Wunde am Arm und ausgeschlagenen Zähnen. In durchaus gutem Englisch aber völlig zugedröhnt beginnt er ein Gespräch. Als er sich uns vorstellte, stellen wir uns lieber unter falschem Namen, Sarah und Björn vor. Auf unsere Frage, ob er sich auf einer Reise befindet, erzählt er uns auf einmal, dass er sich auf einer Flucht vor einem Verbrechen befindet. Aber nicht er habe das Verbrechen begangen, er wäre Opfer einer Messerstecherei und habe sich nur gewehrt, daher auch die Wunde. Nun müsse er sich verstecken, da die Polizei nichts unternehmen würde. Gern möchte er wissen wie einfach es für uns war über die Grenzen zu kommen - uns wird es unheimlich. 

Unter einem Vorwand verlassen wir den Campingplatz innerhalb weniger Minuten und fahren erst einmal planlos in die Weite. Wir hätten wohl allein mit diesem Herrn die Nacht auf dem Campingplatz im tiefsten Wald verbracht - für uns keine Option. Nach einer Stunde Fahrt in den Sonnenuntergang kommen wir an einem anderen Stellplatz an und beenden den Tag mit einem Schnaps. Jetzt wissen wir warum so viele gute Krimis aus Skandinavien kommen.

Tag 33 & 34 - Finnland Land der 1000 Seen...

10. & 11. Juni 2018

...und abertausenden Bäume, welche die Landschaft nie langweilig werden lassen. Nach unserem ungemütlichen Erlebnis des Vortages tauchen wir heute noch tiefer in die Finnische Seenplatte ein. Wir fahren in Richtung Jyväskylä, einer Universitätsstadt am Ufer des Päijänne Sees, welcher mit 120KM der längste See Finnlands ist.

 

Die Straßen werden immer leerer und laufen zum Teil minutenlang nur geradeaus. Noch immer sind wir in froher Erwartung auf unseren ersten Elch, leider müssen wir uns da wohl noch etwas gedulden. Die Seen sind tief und klar, die Wälder dicht und ein wenig wie im Märchenbuch. Immerhin sind

65 % der Fläche des Landes mit Wald bedeckt. Kiefern, Fichten und Birken prägen die Landschaft. Wald ist wie Wasser in Finnland: überall vorhanden, auch in den größten Städten. Sogar innerhalb der Grenzen der Hauptstadt Helsinkis findet man größere Waldflächen, teils Naturschutzgebiete.

Die Finnische Seenplatte ist die größte Europas. Ein blau schimmerndes Labyrinth aus Seen, Inseln, Flüssen und Kanälen, durchzogen von Waldgebieten und Hügelketten, die sich über Hunderte von Kilometern zu einem friedlichen, atemberaubend schönen Panorama erstrecken.

Nach einer doch etwas längeren Fahrt endet unser Tag an genau solch einem Ort, direkt am See. Am Folgetag reisten wir weiter in Richtung Norden in die Nähe von Oulu, wo wir einen Ruhetag einlegen werden - die letzten 3 Tage sind wir immerhin fast 1000 KM in Richtung Norden gefahren. Am Hafen eines kleinen Fischerdorfes finden wir unseren Stellplatz für diesen Tag. Wir werden etwas Büroarbeit machen, die Seele baumeln lassen und die direkte Sicht auf das Meer genießen. Morgen steht dann die Stadtbesichtigung von Oulu an, bevor es am Tag darauf ins Weihnachtsdorf and den Polarkreis geht.

Tag 35 - Into the Wild - Abenteuerliches Lappland

12. Juni 2018

Es duftet schon von Weitem - wir erreichen den Markt in Oulu. Viele kleine und große Stände reihen sich aneinander. Ein Mann vom Markt bietet uns eine gebratene Sprotte an und was sollen wir sagen, es schmeckt fantastisch! So beginnt unser 36. Reisetag gegen Mittag mit einem leckeren Essen. Ein großer Teller voller Gemüse, Lachs, Sprotten und Knoblauchkartoffeln - einfach köstlich. 

 

Nebenan steht die alte Markthalle - eine bunte Mischung von Cafés, Marktständen und handgearbeiteten Produkten werden angeboten. Auch Elchfleisch liegt in der Theke und ist wohl das meist gekaufte Produkt hier. Denn jeder Tourist will es schließlich einmal probieren. Wir laufen durch die Straßen der Stadt vorbei am Rathaus, einer Kirche und einem großen See mit einer Vielzahl an Wasserfontänen. 

 

Nach unserer Radtour durch die Stadt machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Stellplatz. Entlang der Ostseeküste fahren wir über Kemi in das Pisavaaran Naturschutzreservat. In einem Campingführer von Finland entdecken wir einen Platz mitten in Lappland namens „Wild Lapland“.  Das klingt doch mal spannend, was sich wohl dahinter verbirgt? Kurze Zeit nachdem wir in die Straße in Richtung des Campingplatzes einbiegen wandelt sich diese in eine 8KM lange Schotterpiste durch den tiefsten finnischen Wald um. Auf so einer Straße waren wir noch nie zuvor unterwegs. Weit und breit ist hier einfach nichts, wirklich einfach nichts - abenteuerlich!

 

Am Campingplatz angekommen lernen wir Chloé kennen, die hier in Lappland ihr Praktikum absolviert. Ich hatte die große Freude ein Interview mit ihr zu führen. Mehr darüber könnt ihr in unserer Rubrik Begegnungen lesen - eine wirklich interessante Geschichte.

 

Die Sonnenuntergänge sollen hier wundervoll sein erzählt uns Chloé und so verabreden wir uns zu einem Treffen auf einem nah gelegen Berg, von dem wir das beindruckende Panorama um Mitternacht genießen wollen. Leider versteckt sich die Sonne hinter vielen Wolken als sie in der Nacht für 90 Minuten  untergeht und selbst in dieser Zeit wird es hier nicht dunkel, es ist taghell. Allerdings ist es langsam frisch geworden und Chloé zeigt uns, wie man ein Feuer unter dem offenen Tippi auf der Spitze des Berges macht. So sitzen wir dann 2 Stunden lang am Feuer, genießen die Wärme, den Moment, die ganz besondere Stimmung und sind von der unglaublichen Stille beeindruckt. Die Sonne ist mittlerweile wieder aufgegangen - das war bis heute mit Abstand die kürzeste Nacht für uns. Um 03.00 Uhr morgens fallen wir zwar sehr müde aber glücklich ins Bett. Was für ein tolles Erlebnis! 

Tag 36 & 37 - Beim Weihnachtsmann am Polarkreis

13. & 14. Juni 2018

Nach einer kurzen Nacht fahren wir weiter in Richtung Norden nach Rovaniemi an den Polarkreis. Schon viel haben wir über diesen Ort auf unserer Reise gehört. Auf dem Weg zum Nordkap ist ein Besuch hier einfach Pflicht. Auch wenn wir nicht zum Nordkap fahren werden, so reizt uns ein Besuch beim Weihnachtsmann natürlich sehr. Es soll der echte und wahrhaftige Weihnachtsmann sein - wir sind gespannt! 

Rovaniemi liegt direkt auf dem Polarkreis und zur Sonnenwende am 23.6.18 wird hier die Sonne gar nicht untergehen. Schon jetzt wird es nicht mehr dunkel - die Tage sind unheimlich lang. Das Weihnachtsdorf ist natürlich sehr touristisch ausgelegt. Es gibt viele Souvenirläden, eine Rentierfarm, eine Elfenschule, das Santa Claus Post Office, eine Schlittenhundschule und vieles mehr. Sicher kann man hier einen ganzen Tag verbringen. Noch schöner stellen wir uns die Kulisse im tiefverschneiten Winter vor. Wer hier einen Besuch plant sollte sich aber bereits im Vorhinein bewusst machen, dass hier Geld verdient wird. So kostet ein Foto mit dem Weihnachtsmann 30€, der Eintritt in den Artic Park bis zu 35€ und eine Karte zu Weihnachten aus dem Santa Claus Post Office schlägt mit 9€ zu Buche - heftig.  

Wir haben uns nur für einen Besuch beim Weihnachtsmann entschieden und nicht bereut. Es war wie aus Kinderträumen. Der große bärtige Weihnachtsmann mit seiner tiefen brummigen aber sogleich liebevollen und warmen Stimme nimmt sich viel Zeit für uns. Auch wenn man es nicht glauben mag, es kam direkt eine ehrwürdige und festliche Stimmung auf. Wenn es den Weihnachtsmann wirklich gibt, dann ist ER es ganz bestimmt!

Nach dem Besuch in Rovaniemi reisen wir weiter in Richtung Lofoten und queren die Grenze zu Schweden - dem 6. Land auf unserer Reise. Auf einmal passiert es - endlich sehen wir unsere ersten frei lebenden Rentiere am Straßenrand. Als hätte der Weihnachtsmann dafür gesorgt.

 

Nach einer langen Fahrt kommen wir in Gällivare auf unserem Campingplatz für die nächsten 2 Tage an. Wir müssen mal wieder Wäsche waschen, wollen in die Sauna und unsere Tour über die Lofoten planen. Darauf könnt ihr schon heute sehr gespannt sein. Das gute Wetter hat uns zunächst verlassen, es regnet leicht und die Temperaturen liegen bei 12 Grad. Aber was solls auch darauf sind wir vorbereitet. Die Wärmflasche kommt stets mit ins Bett. Die ersten Tage unserer Reise sind wie im Flug verflogen und wir haben jedes Land auf seine eigene Art genossen. Jetzt freuen wir uns auf Berge, Schnee, Sturm und die herrlichen Fjorde auf den Lofoten. 

Tag 38 & 39 - Fahrt auf die Lofoten und die Elchkuh

15. & 16. Juni 2018

Nach einem ruhigen Tag in Gällivare sind wir heute morgen zeitig weiter in Richtung Lofoten gefahren. Das Wetter soll ab Dienstag sehr unbeständig werden und wir wollen gern noch ein wenig das gute Wetter mitnehmen. Die Fahrt führt mal wieder durch endlose Wälder bis wir am Horizont die ersten Berge entdecken. Schnell werden es immer mehr und auch der erste Schnee gesellt sich auf den Bergen dazu. 

Die ersten Eindrücke von Norwegens Natur sind beeindruckend. Unzählige kleine und große Wasserfälle sowie reißende Bäche zieren das Landschaftsbild. Immer wieder halten wir an und genießen den tollen Blick. 

Als wir auf die Lofoten einfahren durchqueren wir einen Tunnel und auf einmal passiert es - eine riesen Elchkuh läuft direkt hinter der Tunnelausfahrt auf die Straße. Nur knapp können wir ausweichen - das erschrockene Gesicht der Elchkuh werden wir nicht vergessen, sie unsere Gesichter aber sicher auch nicht. Wir atmen einmal tief durch und setzen die Fahrt fort. Aus blauem Himmel in Gällivare wurden Wolken und nun Sturm mit Regen, sehr ungemütlich. Gerade fahren wir unseren Stellplatz für die Nacht an und hoffen nun auf besseres Wetter. Während ich diese Zeilen schreibe schaukelt das Wohnmobil bei starkem Sturm im Wind. Für die kommenden Tage haben wir einige Wanderungen und Ausflüge geplant - wir freuen uns auf die Lofoten!

Tag 40 & 41 - Faszination Natur auf den Lofoten

17. & 18. Juni 2018

Während ich diese Zeilen schreibe wirft Sören gerade die Angel aus. Ich sitze am Ende vom Pier des kleinen Hafens in Eggum - es ist windstill, das Meer glitzert im Sonnenschein und wir hoffen auf einen großen Fang. Die Fischer sind gerade mit ihren Traktoren voller getrocknetem Fisch an uns vorbei gefahren, also dürften die Chancen nicht schlecht stehen. 

 

Vor 2 Tagen sind wir nun auf den Lofoten angekommen und es ist wirklich traumhaft. All die kleinen Inseln, das Meer, die Berge und die Seen - es ist Tatsache noch besser als wir es uns vorgestellt haben und wir können absolut nachvollziehen, warum viele den Traum haben mit den Hurtigruten die Lofoten zu bereisen.

 

Die Inselgruppe hatte uns zunächst mit stürmischen und regnerischem Wetter begrüßt, doch am gestrigen Tage hatten wir Glück. So nutzen wir die Zeit den Berg Fløya in der Hauptstadt der Lofoten Svolvær zu erklimmen. Wir haben bisher ja schon so einige Wanderungen in unserem Leben unternommen, doch diese war wirklich speziell. Durch den Regen der letzten Tage war alles recht matschig und kleine Bächlein bahnten sich ihren Weg von den Bergen nach unten.  Nach ein paar Metern wurde es schon so steil, dass wir nur mit Hilfe der angebrachten Seile nach oben kraxeln konnten...und das sollte erst der Anfang sein. Geschafft aber zufrieden kamen wir nach einiger Zeit am Gipfel an und wurden mit einem wunderbaren Panoramablick belohnt. Doch wie so oft ist der Abstieg meist die schwierigere Herausforderung und so viel mal der eine und dann der andere von uns beiden hin. Unsere Sachen sahen natürlich dementsprechend wüst aus - aber gut so ist das eben, wenn man was erleben möchte.

 

Für die Nacht suchten wir uns mal wieder einen Freistehplatz und starteten am Morgen unweit zur kleinen Stadt Henningsvær. Auch hier konnten wir getrockneten Fisch in Unmengen entdecken. Am Nachmittag besuchten wir noch den Strand Uttakleiv und Haukland, welche herrlich feinen und hellen Sand haben. Das Wasser ist so klar, das man bis auf den Grund schauen kann. Sören ließ auch hier die Drohne steigen, so dass wir herrliche Bilder mit nach Hause bringen werden. 

 

Die kommende Reiseplanung für die nächsten Tage werden wir stark vom Wetter abhängig machen. Bisher ist leider sehr schlechtes Wetter angesagt, doch wir hoffen darauf, dass es vielleicht doch noch umschwingt und wir die Lofoten im Sonnenschein erkunden können.

Tag 42 - Raues Wetter und die Fischköppe

19. Juni 2018

Der Tag begrüßt uns mit Schottlandwetter - es ist grau, die Wolken hängen tief über den Bergen und es regnet. Aber mit einer Tasse heißem Kaffee lässt es sich gut in den Tag starten. Bei diesem Wetter entscheiden wir uns heute nur für eine kleine Ausfahrt und so machen wir uns auf den Weg. In vielen Dörfern sind wieder riesige Holzpfähle aufgebaut an denen Trockenfisch in rauen Mengen hängt. Allerdings meist nur die Fischköpfe und wir fragen uns, was es damit auf sich hat. Denn so viele Fischköpfe kann wahrscheinlich ganz Norwegen nicht verzehren. Später finden wir dann heraus, dass dieser Teil des Trockenfischs komplett nach Nigeria exportiert wird. Das hätten wird wirklich nicht vermutet - was für eine überraschende Info.

 

Der Regen hält weiter an und das Grün der Wiesen scheint heute noch intensiver zu leuchten. Ab und an verlassen wir die Hauptstraßen und fahren auf Schotterpisten die Küste entlang. Rechts das Meer, links die Berge und auf der Straße die Schafe. So bahnen wir uns den Weg zu traumhaft schönen Stränden, mit hellem und sehr feinem Sand wie in der Karibik. Auch das hätten wir hier nicht vermutet - jetzt müsste nur noch langsam der Sommer auf den Lofoten Einzug halten. Besonderes gefallen haben uns die vielen norwegischen Häuser die ein Grasdach haben und sich somit perfekt in die Landschaft einfügen, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. 

 

Da der Regen immer mehr zunimmt und auch die Fotoaufnahmen bei dem Wetter nicht sonderlich einfach sind, entscheiden wir uns einen Campingplatz anzufahren und unser Wohnmobil wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen. Die nächsten Tage wollen wir wieder Freistehen, was uns immer mehr gefällt. 

Tag 43 & 44 - Abschied von den Lofoten

20. & 21. Juni 2018

Den 20. Juni haben wir zur weiteren Lofotenerkundung genutzt und sind bis an die Spitze nach Reine gefahren. Wie auf den gesamten Lofoten herrlichste Natur. Leider ins es doch sehr kalt und regnerisch geworden. Am nächsten Tag klingelte der Wecker schon um 04.45 Uhr - den Wecker zu stellen ist sehr selten für uns geworden und als er uns mit einem lauten Piepton aus dem Schlaf reißt, wissen wir sofort, dass wir das wirklich nicht vermisst haben.

 

Das frühe Aufstehen hat aber seinen Grund, da wir heute mit der Fähre von der Südspitze der Lofoten zurück aufs Festland übersetzen. Da wir vorab kein Ticket gebucht haben, müssen wir rechtzeitig los. 60 % aller Fährplätze werden für Reisende ohne vorab gekauftem Ticket freigehalten. Nach dem Motto: wer zuerst kommt malt zuerst stellen wir uns also lieber etwas früher in die Warteschlange. 

 

Wir kaufen ein Ticket für eine Wohnmobil bis 6 Meter, in der Hoffnung, dass keiner so genau nachmessen wird. Denn unser Womo ist zwar nur 5.99 Meter lang, aber die Fahrräder hängen ja noch zusätzlich am Heck, so dass wir die 6 Meter Grenze leicht überschreiten. Wir starten noch einen kurzen Versuch die Fahrräder im Innenraum zu verstauen, aber ohne jeden Erfolg. Letztendlich hat keiner genau nachgemessen und es hat alles wunderbar geklappt. Tatsache liegt der Unterschied im Ticketpreis zwischen einem 6 Meter Wohnmobil und einem 7 Meter Wohnmobil bei 150€ - also schon ein kleiner aber feiner Unterschied.

 

Die Fähre legt ab und schon nach kurzer Zeit werden wir ordentlich durchgeschaukelt. Entsprechend schlecht fühlen wir uns, aber es kommt glücklicher Weise nicht zu Äußersten. Als wir nach gut 3 Stunden in Bødo anlegen sind wir froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

 

Auf dem Weg zu unserem ersten Stopp bemerken wir, dass es in Norwegen eine Maut für gewisse Straßen gibt. Auf einmal stehen Schilder mit verschieden Preisen für Pkw und Lkw an der Straße direkt neben den Videoüberwachungskameras. Uns rutscht direkt das Herz in die Hose, denn wir haben weder Plakette noch sonst irgendetwas. Im Internet finden wir aber schnell die Information, dass man die Rechnung für die befahrenen Mautstraßen anhand des Kennzeichens einfach per Post zugestellt bekommt. Wir schauen mal, was da alles bei unserer weiteren Norwegenreise zusammen kommen wird und werden euch berichten. 

 

Ein paar Fahrminuten vom Hafen entfernt befindet sich Salstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Der extrem schnelle Wasserlauf und die vielen Verwirbelungen sind beeindruckend. Alle 6 Stunden soll sich hier auch die Fließrichtung auf Grund der Gezeiten ändern. Zudem gilt es als Anglerparadies und ihr könnt mal raten wer schon ein paar Minuten später sein Anglerglück versucht!? Sören, wirft die Rute rein und die Fischschwärme springen förmlich aus dem Wasser. Was für ein tolles Erlebnis und ein Traum für jeden Angler. Sören war recht erfolgreich beim Angeln und so konnten wir am Abend 2 leckere Seelachse genießen. 

Tag 45 - Anne und ihr erster großer Fisch

22. Juni 2018

Am gestrigen Abend haben wir die ersten 2 Seelachse aus Norwegen gefangen und gegessen. Danach wurden wir von Margareta und Jürgen, die auf dem Parkplatz neben uns standen, auf ein Glas Wein eingeladen. Beide haben lange Zeit in München gelebt und nun wohnen sie auf dem Lande. Margareta stammt ursprünglich aus Schweden und Jürgen hat als Zahntechniker gearbeitet. Ein sehr nettes Paar und wir hatten einen schönen Abend. Solche Begegnungen bereichern unsere Reise sehr.

Heute wollten wir 350 Kilometer weiter in Richtung Trondheim fahren und sind ganze 30 Kilometer gekommen. Nachdem sich Sören mit neuem Angelequipment ausgestattet hatten, trafen wir zufällig auf einen herrlichen Freistehplatz direkt an einem Fjord. Wir wurden herzlich von 2 Französischen Familien begrüßt. Die Frauen kochten Fischsuppe und machten Mousse au Chocolat und die Männer nahmen gerade einen Kabeljau und ein Meerforelle aus - hier sind wir richtig!

Kurzerhand entschieden wir hier zu bleiben und unser Angelglück zu probieren. Nach unzähligen kleinen Seelachsen zog Anne einen 60cm langen und ca. 5 KG schweren Kabeljau an Land - WOW was für ein dickes Ding! Als wir zum Stellplatz zurückkamen war der Jubel groß - alle Franzosen standen da und gratulierten Anne. Schnell wurde der Fisch filetiert und heute Abend serviert. Neben den Franzosen war auch noch ein Niederländer angekommen - ein Profiangler, welcher schon bei der Weltmeisterschaft mitgemacht hat. Wir denken es wird ein lustiger Abend. Morgen ist dann Mittsommerfest und es wird ein großer Feuer am Nachbarufer geben, vielleicht bleiben wir sogar noch einen Tag länger. 

Tag 46 & 47 - Regen, Fischen und tolle Begegnungen

23. & 24. Juni 2018

Und es hört einfach nicht auf zu regnen. Plitsch Platsch - die ganze liebe lange Zeit. Gestern hatten wir noch richtig viel Spaß mit den 2 netten Franzosen-Pärchen und einem verrückten Niederländer. Alle 4 Fahrzeuge standen nun zusammen auf einem fantastischen Freistehplatz und schnell kamen wir wieder ins Gespräch. Wir verständigten uns alle mit Händen und Füßen, wurden zum Kaffeetrinken eingeladen, standen bei mistigem Wetter draußen und lachten uns krumm und schief. Frank, der gestern Abend noch mit seinem Transporter ankam, in dem er reist und schläft, ist ein toller Zeitgenosse und ein wahrer Angelheld. Da er wirklich eine großartige Geschichte zu erzählen hat, haben wir gleich die Chance genutzt und ihn interviewt. Mehr könnt ihr unter der Rubrik Begegnungen lesen - es lohnt sich!

 

Genevieve, eine der französischen Damen brachte uns am Abend noch selbstgekochte Fischbouillon vorbei und kurze Zeit später schenkte uns Frank einen frisch gefangen Heilbutt (eine echte Delikatesse), welchen wir gleich zubereiteten. Später versammelten wir uns alle um Franks Transporter und er gab eine Runde selbstgefangenen und selbstgeräucherten Lachs aus. Danke für diese herzlichen Begegnungen!

 

So entschieden wir uns noch eine Nacht länger zu bleiben und hielten uns die meiste Zeit im Wohnmobil auf. Wir spielten Karten, planten unsere Reise weiter und kochten uns was Leckeres. Was gibt es besseres als frischen Fisch?! Unter der Leitung des Franzosen Alain nahm Anne ihren ersten Fisch aus und wenig später klopfte es an unser Wohnmobiltür. Frank trommelte alle Männer zusammen und es ging zum Fischen auf die Brücke über dem Fjord. Es hieß Holland und Deutschland gegen die 2 Franzosen - wer mehr Fische fängt gewinnt. Am Ende entschieden Frank und Sören den Wettkampf für sich, beide angelten einen Kabeljau - die Franzosen nur einen Fisch. Es regnete immer noch und ein kalter Wind zog übers Land. Mittlerweile war auch die Sicht schlechter geworden, da wir uns in Mitten von Wolken befanden. Aber auch bei miesem Wetter hatten wir einen schönen Tag.

 

Auf den heutigen Tag fieberten wir schon regelrecht hin, da endlich mal wieder die Sonne scheinen sollte. Wir fuhren bei schönstem Sonnenschein los und kamen bei wolkenverhangenem Himmel, aber immerhin trocken auf dem ausgesuchten Campingplatz an. Hier nutzen wir gerade die Zeit um alle Gerätschaften wieder aufzuladen, Wäsche zu waschen und zu kochen. Die letzten beiden Tage vergingen wie im Fluge und werden uns noch lange in guter Erinnerung bleiben!

Tag 48 & 49 & 50 - Auf nach Süden in die Sonne

25. - 27. Juni 2018

Nachdem wir unser Zuhause auf Zeit wieder auf Vordermann gebracht haben, fahren wir nun weiter in Richtung Süden. Das Wetter bleibt leider sehr unbeständig und vorallem nass. Aber im Süden soll es wärmer werden und auch die Sonne soll sich wieder blicken lassen. 

Also auf nach Süden in Richtung Trondheim. Nach 350 KM kommen wir geschafft auf einer kleinen Insel namens Inderøy vor Trondheim an. Auf dem Weg dahin haben wir uns mit den Franzosen und Frank unserem verrückten Holländer verständigt. Die Wiedersehensfreude war groß. Am nächsten Morgen ging es direkt weiter und so fuhren wir über Aure bis nach Tömmervag und setzten mit der Fähre nach Kristiansand über. 

Über den "Atlantershavstunnel" fahren wir hinüber zu den vielen kleinen Inseln. Der Tunnel ist knapp 6 Kilometer lang und damit nicht der längste Tunnel den wir bisher durchfahren, aber es geht soooo tief hinunter - Wahnsinn!!! Am tiefsten Punkt sind wir 250 Meter unter der Meeresoberfläche. Gerade als wir aus dem Tunnel hinausfahren ist auch gleich die Maut fällig. Das Auto vor uns fährt einfach an der Mautstation vorbei und der Wärter brüllt noch hinterher. 

 

Da wir schon ein paar Hundert Kilometer gefahren sind, steuern wir den ersten Haltepunkt auf dem Atlatershavsveien an - einige andere Camper stehen auch schon hier. Es wurde dann aber leider eine etwas unruhige Nacht, da wir direkt neben der Straße parkten. Demnach schauten wir heute morgen leicht zerknietscht aus der Wäsche, aber der strahlende Sonnenschein lud direkt unsere Batterien auf und wir starteten voller Elan in den Tag. Zuerst hielten wir an der Storseisund-Brücke an und fuhren dann ein paar Kilometer weiter zu einem 6 Kilometer langen Naturlehrpfad an der Küste. Traumhaft schöne Strände, wehende Gräser im Wind und eine bunte Blütenpracht prägten die Landschaft mit dem schönen Rauschen des Meeres im Hintergrund. Ach, bei schönem Wetter sieht die Welt doch tatsächlich gleich viel schöner aus. Am Nachmittag steuerten wir dann einen Hafen in Elnesvågen an und schauen gerade das WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea an. Sören sagt voraus, dass wir aus der WM ausscheiden werden - wie recht er haben wird. 

Morgen werden wir weiter in Richtung Süden fahren. Über Bergen geht es nach Olso und dann nach Schweden, wo wir uns mit Anne, Tobias, Lea und Fred treffen werden. Darauf freuen wir uns schon sehr und grüßen euch! 

Tag 51 - Die Trollstigen

28. Juni 2018

Das Highlight unseres Tages sind die Trollstigen - eine atemberaubende Bergstrasse mit 11 steilen Kurven, welche zwischen Mitte Oktober bis Ende Mai auf Grund der Wetterlage stets gesperrt ist. Wir schlängeln uns also langsam nach oben und das Bild was sich uns bietet ist einfach unglaublich. Die Berge türmen sich fast senkrecht im Tal vor uns auf, links und rechts stürzen sich die Wasserfälle nach unten und zwischen den Felsen gibt es noch vereinzelte Schneefelder. 

 

Es regnet immer noch in Strömen und die Sicht wird immer schlechter. Als wir dann oben angelangt sind sehen wir nichts mehr, der tolle Ausblick verschwindet in den Wolken. Da wir uns die Aussicht aber nicht entgehen lassen wollen, entscheiden wir uns zu warten und 2 Stunden später ist es dann endlich soweit. Der Himmel klart für einen kurzen Moment auf, der Regen wird weniger und wir machen uns auf den Weg zur Aussichtsplattform. Einfach einzigartig und definitiv ein Ort, den man auf seiner Norwegenreise besucht haben sollte. Wie immer haben wir die Kamera zur Hand und dieses schöne Foto wird uns noch lange an diese beeindruckende Landschaft erinnern. 

 

Wir kaufen und noch einen Troll-Magneten in Souvenirshop, fahren die Bergstrasse auf der anderen Seite hinunter und je weiter wir fahren um so besser wird das Wetter. Erdbeerfelder, Kuhwiesen und verträumte Hütten säumen die Straßen - ab und an kreuzen Schafe mit ihren Lämmchen unseren Weg. Von hier ist es noch 1 Fahrstunde bis zu unserem Stellplatz und er ist perfekt. Sören hat einen Steg zum Angeln, die Sonne scheint und wir fühlen uns richtig wohl hier. Vielleicht bleiben wir hier noch ein paar Tage. Denn direkt am Fjord zu stehen nur 5 Meter vom Wasser entfernt in der schönen Natur ist einfach herrlich!

Tag 52 & 53  - Auszeit am Norddalsfjorden

29. & 30. Juni 2018

Tatsache ist der Platz den wir am Norddalsfjorden gefunden haben einfach wunderschön. Und so kommt es, dass wir hier insgesamt 2 Tage verweilen und eine kleine Auszeit einlegen. Da hier wahrscheinlich mal ein kleiner Hafen oder zumindest ein Bootsanleger war, können wir bequem vom Steg aus Angeln. Die Angelsehne läuft und läuft und läuft...es scheint wirklich ein sehr tiefes Gewässer zu sein. Umgeben von Bergen und Wasserfällen lässt es sich hier wirklich gut aushalten.

Das Wetter wird auch immer besser und so erhaschen wir endlich wieder Sonnenstrahlen. Es haben sich noch 2 weitere Pärchen in Elternzeit zu uns gesellt - gemeinsam macht Campen noch mehr Spaß. 

Am zweiten Tag kommt uns Frank, den wir nun schon zum dritten Mal treffen, „besuchen“ und bleibt auch direkt eine Nacht. Sören bekommt noch eine letzte Schulung vom Angelprofi und schon macht er sich auf nach Malmö in Schweden, wo er schon einen Tag später ankommt. Wir haben die Zeit mit Frank sehr genossen - ein super Typ. Vielleicht werden wir Frank in Holland besuchen. Auch Armin, welchen wir mit seiner Frau in Lettland kennengelernt haben, hat uns bereits nach Kiel eingeladen. 

 

Zum Abendessen gibt es selbstverständlich wieder fangfrischen Fisch. Fangfrisch heißt hier natürlich, dass der Fisch vor 30 Minuten noch im Fjord umher schwamm. Frischer geht es also echt nicht. Nach dem Abendessen geht Sören nochmal Angeln und schenkt den gefangenen Fisch zwei Studenten aus Belgien, die gerade hier am Platz angekommen sind und neben unserem Womo ihr Zelt aufschlagen. Am Morgen finden wir einen der beiden schlafend vor dem Zelt - der andere schnarcht wohl also :-). Morgen werden wir dann weiterreisen und verlassen diesen traumhaft schönen Ort, welcher uns sicher lange in Erinnerung bleiben wird. 

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