Die Stunden vor der Abreise

8. Mai 2018

Morgen ist es nun endlich so weit - wir starten in unser großes Abenteuer. Nach dem wir die letzten 3 Wochen bei und mit unserer Familie verbracht, alle Behördengänge vollzogen und die letzten Einkäufe getätigt haben, beginnt Morgen unsere große Reise. Wir freuen uns sehr auf die kommende Zeit. Die letzten Tage bei der Familie waren wunderschön und wir bedanken uns für all die Unterstützung auf unserem Weg.

 

Ein Jahr intensiver Planung liegen hinter uns, wenn man heute an die ersten Tage denkt, merkt man wie schnell die Zeit verflogen ist. Noch vor kurzem haben wir in Berlin gelebt und gearbeitet, nun ist unser Zuhause auf Zeit eindeutig etwas kleiner geworden. Gern denken wir an die letzten Tage in Berlin zurück und sind dankbar für die vielen Abschiedsgeschenke und schönen Stunden mit unseren Freunden und Kollegen. Wir werden euch vermissen.

Morgen werden wir in Richtung Polnische Ostsee aufbrechen. Auf unserer interaktiven Landkarte könnte Ihr stets verfolgen wo wir uns gerade befinden. Details und Reiseberichte über die jeweiligen Länder findet ihr hierDie ersten 4 Wochen werden wir in den Baltischen Staaten verbringen bevor wir dann von Tallinn mit der Fähre nach Helsinki übersetzen.

Wenn das ganze Leben auf einmal in einen Camper passen muss...

Tag 1 Warnitz in der uckermark

9. Mai 2018

Heute ging es nun endlich los. Um 9.00 Uhr sind wir in Richtung Warnitz am Oberuckersee gestartet. Die Fahrt vorbei an unserer alten Heimat Berlin hat noch einmal Erinnerungen an die schöne Zeit in der Hauptstadt geweckt. Nach knapp 4 Stunden kamen wir in Warnitz an. Hier haben wir via Park4Night einen schönen Platz zum Freistehen gefunden. Als wir ankamen waren wir komplett allein, zum See nur 2 Minuten - einfach herrlich. 

 

Um die Umgebung zu erkunden sind wir mit dem Rad einmal komplett um den Oberuckersee gefahren. Wir haben traumhafte Natur und wunderschöne kleine alte Dörfer entdeckt. Die Uckermark ist in vielen Bereichen noch sehr schön ursprünglich, authentisch und vor allem unfassbar grün. Zum Sonnenuntergang waren wir noch am See, wo auch auch dieses Bild entstanden ist. Nach einem leckeren Abendbrot im Grünen kamen dann noch weitere Camper dazu, eine sehr gute erste Erfahrung im Bereich Freistehen.

 

Morgen geht es weiter nach Kolberg an die Polnische Ostsee. Wir wünschen allen Vätern einen schönen Männertag. Mehr Details zu der App Park4Night findet ihr hier.

Tag 2 Traumstrände in Kolberg, Polen

10. Mai 2018

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen Nacht im Freien ging es heute zeitig auf in Richtung Kolberg an der Polnischen Ostsee. Die Fahrt verlief zunächst ruhig, bis wir auf die oftmals als beschwerlich beschriebenen Polnischen Straßen getroffen sind. Nach dem das Wohnmobil einmal durchgeschüttelt wurde, erreichten wir nach 4 Stunden den Stellplatz Baltic Camping. Ein wirklich schöner Platz mit netten Nachbarn. Zuvor waren wir noch Tanken und merkten schnell, dass ein kurzes Umrechnen nach wie vor Sinn macht. Sollten wir an der Tankstelle doch tatsächlich in bar 15€ mehr zahlen als via Kreditkarte - in dieser Hinsicht kein guter Start für Kolberg.

 

Mit dem Rad ging es dann zum Strand. Herrlich weite und sanfte Sandstrände. Die Sonne prasselte auf die Haut und wir genossen den Moment. Danach fuhren wir in die historische Altstadt, welche wir morgen vielleicht noch genauer erkunden werden.

 

Mit einem leckeren BBQ endete der Abend in Kolberg und wir freuen uns auf die nächsten Tage. Morgen soll das Wetter etwas rauer werden, aber auch darauf sind wir vorbereitet. Details zum Stellplatz in Kolberg findet ihr hier.

Tag 3 Nach dem Donner kam der Nebel

11. Mai 2018

Blitze, die die Nacht zum Tag werden lassen, Donner, der die Erde zum Beben bringt und Regen, der wie ein Konzert erklingt - all dies beschreibt die erste Nacht in Kolberg. Zugegeben, so schön dies vielleicht alles klingen mag, so war doch ein wenig Angst und Schrecken im Spiel.

 

Am nächsten morgen ist aber bereits alles vergessen und mit einem schönen Frühstück im Magen geht es gestärkt in den neuen Tag. Entlang der Küste in Richtung Osten führt uns ein Radweg bis nach Ziegenberg, einem kleinen verschlafenen Küstenort. Umsäumt von Meer, endloser Natur und einer frischen Brise radeln wir mit Rückenwind ins Blaue. Wir haben uns keine bestimmte Strecke herausgesucht - der Weg wird heute unser Ziel sein. Jedoch kann man mit dieser "Planlosigkeit" auch ein wenig Abendteuer erleben, wie sich später herausstellen wird, als wir in einer moorartigen Gegend mit der Rädern förmlich versumpfen. Also schlagen wir kurzerhand einen anderen Weg ein, welcher uns dann schließlich ans Ziel führt - eine SB Waschanlage um die Räder vom Schlamm zu befreien :-).

Angekommen auf dem Campingplatz werden wir den heutigen Abend ruhig ausklingen lassen. Morgen geht es weiter nach Leba zu den weltbekannten Wanderdünen.

Tag 4 Albtraum Straßen & leckerer Fisch 

12. Mai 2018

Nach einem leckeren Müsli-Frühstück am heutigen Morgen ging es auf nach Leba. Über den zum Teil desolaten Zustand der Straßen in Polen hatten wir bereits gehört, doch was uns wirklich erwartet hat, übertraf unsere Vorstellungen. Kilometerweite mit Schlaglöchern gefüllte Straßen und Tempo 30 waren angesagt - wirklich mehr Schlagloch als Straße, was angenehmes Reisen schwer macht.

Kurz vor der Ankunft hatten wir dann auch die ersten Probleme mit unserem Zuhause auf Zeit, mal schauen wie sich das entwickelt. Wir hoffen sehr, dass es sich nicht um ein größeres Problem handelt - wir werden sehen und berichten :-(. 

Nach einer kurzen Erholungspause ging es mit den Rädern in die Altstadt. Alles immer noch sehr ursprünglich und authentisch. In einer kleinen und einfachen mit Planen überzogenen Hütte gab es dann leckeren geräucherten Fisch, wirklich köstlich. Am Abend haben wir dann leckere Piroggen gekocht und lassen nun den Tag mit dem ESC ausklingen. 

Morgen wollen wir die weltberühmten Wanderdünen von Leba besuchen, darauf freuen wir uns schon besonders. Der Slowinski Nationalpark ist für seine atemberaubende Landschaft bekannt und wurde nicht ohne Grund von der UNESCO zum Weltreservat der Biosphäre erklärt. Wir freuen uns auf einen sonnigen Tag. Mehr Informationen zum Nationalpark findet ihr hier.

Tag 5 Der Slowinski Nationalpark & die Wanderdünen

13. Mai 2018

Heute sind wir nach einem langen ESC Abend und einer ruhigen Nacht zu den Wanderdünen von Leba geradelt. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 2 Euro. Danach führt ein langer Radweg durch den Wald zu den Dünen. Einen kurzen Zwischenstopp kann man an der Erprobungsstätte der V1 & V2 Raketen aus dem 2. Weltkrieg machen. Eine sicher lohnende Ausstellung - wir sind aber weiter geradelt.

Angekommen an der Düne geht es zunächst 40 Meter die Düne hinauf. Unglaublich weicher und sanfter Sand streichelt unsere Füße. Allerdings ist das Laufen auf dem Sand schon eher beschwerlich und man macht gefühlt doppelte Meter. Der Besuch der Dünen lohnt sich aber sehr und die Dünen sind wirklich gigantisch. Der Wind weht den feinen Sand leicht über den Boden und im Hintergrund erblickt man das blaue Wasser der Ostsee - einfach schön.

Nach einem kurzen Abstecher ans Meer sind wir dann nochmal an den Hafen von Leba geradelt. Schon gestern haben wir hier an einem Stand direkt an der Mole leckeren Fisch gegessen - nur Einheimische hier, dann weis man das man richtig ist. Dort kaufen wir uns geräucherten Lachs, bereiten Gurkensalat und frische Kartoffeln, die uns Opa noch vor der Reise mitgegeben hat im Wohnmobil zu und lassen den Tag ausklingen. Sören lässt seit 5 Tagen seinen Bart wachsen, langsam sind wir in unserem neuen Leben angekommen. Auch die Menschen, welche wir um uns herum immer wieder antreffen bereichern unsere Zeit. Morgen soll es dann weiter nach Danzig gehen bevor wir über die Marienburg in die Masuren fahren.

Tag 6 Danzig - Goldene Hafenstadt der Bernsteine 

14. Mai 2018

Das Stadttor öffnet den Weg zur Danziger Altstadt - kaum durch das Tor geschritten sind wir auch schon mittendrin. Links und rechts des Weges strahlen heute bei blauem Himmel und bestem Sonnenschein die prächtigen, bunten Häuser dieser wunderschönen Hafenstadt. Es ist unser erster Besuch hier in Danzig und schon nach wenigen Metern hat uns diese Stadt in Ihren Bann gezogen. Im Reiseführer steht, dass knapp 90% der Altstadt im 2ten Weltkrieg zerstört wurde, allerdings wurde vieles wieder aufgebaut und die Stadt versprüht einen interessanten, historischen Charme. Auf den Straßen gibt es viele Musiker, kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants und es herrscht geschäftiges Treiben. Hier lässt es sich aushalten!

Danzig gilt als die Hauptstadt des Bernsteins und als wir bei unserem Stadtspaziergang ein paar Gassen weiter in die "Bernstein-Straße" einbiegen, bestaunen wir das Gold des Meeres an den vielen künstlerischen Verkaufsständen. Wir lassen uns weiter durch die Stadt treiben und genießen das Flair und die Briese die vom Meer hinüber weht. 

Ein herrlicher Tag neigt sich dem Ende entgegen, wir radeln wieder 30 Minuten zum Campingplatz Stogi No. 218 auf dem wir heute übernachten werden zurück und machen vorher noch kurz Halt am Meer. Ein kühles Bier in der Hand und den Blick auf das Meer - was will man mehr! 

Tag 7 Marienburg - Größter Backsteinbau Europas 

15. Mai 2018

Heute ging es nun von Danzig weiter in Richtung Masuren. Einen Zwischenstopp haben wir bei dem UNESCO Weltkulturerbe, der Marienburg gemacht. Von vielen Erzählungen her wussten wir, dass es sich definitiv lohnen wird. Für die Fahrt nach Marienburg haben wir uns für die nationalen Polnischen Fernstraßen entschieden - eine richtige Entscheidung.

Schon wenn man in den kleinen Ort Malbork hineinfährt kann man das mächtige und ehrwürdige Bauwerk sehen - einfach beeindruckend. Der Eintritt in die Burg kostete ca. 9,00 € und zusätzlich enthielten wir einen hervorragenden Audioguide. Durch GPS Punkte in der Burg wird man einmal komplett durch die verschiedenen Gebäude geführt. Die Burg, welche seit dem Jahr 1274 errichtet wurde, besteht aus verschiedenen Teilen. Dazu werde ich im Bereich Länder genauer berichten, dort könnt Ihr weitere lohnenswerte Bilder sehen. Im 2ten Weltkrieg wurde die Burg fast vollständig zerstört und der Wiederaufbau dauerte über 60 Jahre - eine Meisterleistung. Die ausgestellten Antiquitäten, von Ritterrüstungen bis zu filigranen Bernsteinarbeiten sind beeindruckend. Wir waren schwer begeistert und können einen Besuch nur empfehlen. 

Nach der Besichtigung haben wir uns kurzerhand entschieden, unsere Reise in Richtung Masuren fortzusetzen, da die Stellplätze in Malbork nicht wirklich schön waren. Eine Entscheidung die goldrichtig war. Nach weiteren 3,5 Stunden Fahrt kamen wir auf unserem Stellplatz in Nähe von Sensburg an und waren einfach sprachlos - mehr dazu erfahrt Ihr im nächsten Beitrag. 

Tag 8 Masurischer Ruhetag am See 

16. Mai 2018

Nachdem wir innerhalb der letzten 7 Tagen bereits ca. 1000 KM zurückgelegt haben, gönnen wir uns heute einen Tag der Entschleunigung. Wie meine liebe Mama immer so schön zu uns sagt, Ihr müsst auch mal die Seele baumeln lassen. Wie wir gestern schon beschrieben haben, sind wir aktuell auf der Masurischen Seenplatte gelandet und haben einen traumhaften Platz direkt am See. Der kleine Campingplatz "Seeblick" in Ruska Wies ist einfach gehalten aber inmitten herrlichster Natur. Schon bei der Einfahrt erblickten wir die sensationelle Aussicht und entschieden uns spontan noch eine Nacht länger zu bleiben.

Die ersten Tage waren sehr beeindruckend und gespickt von vielen schönen Momenten und Begegnungen. Unser Zu Hause auf Zeit wird immer gemütlicher und die Abläufe haben sich eingespielt - wir sind angekommen in unserem neuen Leben auf Zeit. Haben wir in den ersten Nächten noch etwas unruhig geschlafen, so schlafen wir nun bärenfest und genießen die Tage in der Natur. Das Rad ist unser täglicher Begleiter und wir erkunden die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Heute geht es noch mit dem Boot auf den See und vielleicht wirft Sören auch mal die Angel aus.

Morgen geht es dann weiter in Richtung Litauen. Nach einem Zwischenstopp in der Nähe von Suwalken, werden wir zeitnah in Litauen einfahren und in Richtung Kurische Nehrung aufbrechen. Auf Grund der Erfahrungen in Polen in Bezug auf den Zustand der kleineren Straßen, werden wir uns zunächst auf die Hauptverkehrswege konzentrieren. Wir freuen uns auf die kommenden Stunden des heutigen Tages - Natur pur!

Tag 9  Alleine am See auf dem Weg nach Litauen

17. Mai 2018

Nach unserem Ruhetag am See ging es weiter in Richtung Litauen. Nur noch eine Nacht in Polen und wir passieren die Grenze nach Litauen. Anne fand einen wunderschönen Stellplatz in Nowinka "Widok Camping", welchen wir anfuhren. Als wir nach 3,5 Stunden Fahrt ankamen waren wir überrascht - ein Platz für 300 Camper und wir waren allein!

Am Nachmittag sind wir dann das erste Mal seit vielen Jahren Angeln gegangen. Der nette Betreiber des Stellplatzes gab uns die Erlaubnis und schon saßen wir am See - herrlich da kommen Kindheitserinnerung hoch. Am Ende hatte wir 2 Fische gefangen, welche aber noch zu klein waren und wieder in die Freiheit entlassen wurden. 

Die Natur der Masurischen Seenplatte ist wirklich beeindrucken. Herrliche Weiten, saftiges Grün und saubere Seen. Wichtig ist ein gutes Mückenschutzmittel. Wir empfehlen Zeckito von Rossmann. Am Abend sind wir dann noch ein paar Runden mit der Drohne geflogen. Es sind herrliche Aufnahmen entstanden. Ein Bild davon seht ihr hier. Mit einem Feuer am See lassen wir den Tag ausklingen und verabschieden uns in die Nacht.

Tag 10  Über Kaunas nach Klaipeda in Litauen

18. Mai 2018

Heute Morgen ging es nach einer ruhigen Nacht in Nowinka weiter nach Litauen. Die Mücken haben uns gestern ganz schön zerstochen. Bloß gut, dass wir unseren BiteAway Mückenstift dabei haben. Nach einem leckeren Frühstück und neuem Frischwasser fuhren wir ca. 5 Stunden an die Ostseeküste in Litauen. Die Straßen sind sehr gut ausgebaut und die Fahrt verlief reibungslos. ​Der Verkehr in Litauen ist von sehr vielen LKW´s geprägt. An den Fahrstil muss man sich ebenso gewöhnen :-).

In Klaipeda angekommen haben wir zunächst den Campingplatz Pajurio Kempingas angefahren. Leider waren wir mit diesem nicht wirklich glücklich und haben noch einmal weitergesucht, was sich definitiv gelohnt hat. Nun stehen wir ca. 4 KM weiter auf einem wunderbaren Stellplatz bei einem sehr netten Gastgeber.

Klaipeda gilt als das Tor zur Kurischen Nehrung und galt bis 1920 als nördlichste Stadt Deutschlands. Die Altstadt ist von vielen alten Fachwerkhäusern geprägt und lädt zum verweilen ein. Am Abend waren wir noch am Strand, nur 10 Minuten von uns entfernt. Anders als an der Polnischen Ostseeküste ist die Küste hier steiniger, verwogener und irgendwie noch schöner. Lange Holztreppen führen an den malerischen Strand hinunter. Es weht ein frische Brise und das Meer rauscht nur so vor sich hin. Ein wirklich schöner Spaziergang zum Tagesabschluss.

Tag 11  Radtour nach Palanga 

19. Mai 2018

Die letzte Nach war kalt aber sehr ruhig, sodass wir tief und fest schlafen konnten. Keine Mücken, keine quakenden Frösche - einfach wunderbar. Die Temperaturen sind hier im Vergleich zu den Masuren eindeutig etwas kühler. Heute waren es nur 12 Grad und es wehte ein eisiger Wind. 

Und genau dieser Wind blies uns dann entgegen als wir nach dem Frühstück mit den Rädern nach Palanga aufbrachen. Ein wunderbar ausgebauter Fahrradweg brachte uns entlang der Küste bis zu unserem Ziel. Schon aus der Ferne konnten wir Musik einer Blaskapelle hören und tatsächlich dauerte es nicht lang, bis 4 Blaskappelengruppen an uns vorbeizogen. Ein schöner Moment zum Auftakt unseres Besuches von Palanga.

 

Wir besuchten noch die katholische Kirche "Palangos Parapija" und machten uns weiter auf den Weg in Richtung Seebrücke. Entlang des Weges konnten wir noch ein paar urtypische Litauische Häuser entdecken, die meist in bunten Farben angestrichen sind und wirklich niedlich aussehen. Der Weg zur Seebrücke ist gesäumt von vielen Restaurants, Cafés und kleinen Lädchen - wirkliche eine schöne Straße zum bummeln. An der Seebrücke angekommen sind wir auf viele Angler getroffen, die bei der rauen See ihr Anglerglück versuchten.

 

Nachdem wir wieder im Sattel saßen, traten wir unseren Heimweg an, machten noch einen Stopp im "Palangos Birutes Parkas", schauten uns den schönen Park und die vielen frischvermählten Paare an, die das schöne Ambiente für ihre Hochzeitsfotos nutzten. Mit Rückenwind traten wir in die Pedale und kamen schon bald wieder auf dem Campingplatz an. Ein schöner Tag, mit vielen tollen Eindrücken von Litauen! 

Tag 12  Auf nach Lettland 

20. Mai 2018

Am heutigen Tag haben wir zunächst einmal ausgeschlafen und haben dann ausgiebig gefrühstückt. Am gestrigen Abend hatten wir noch ein sehr langes und schönes Gespräch mit dem Betreiber unseres Stellplatzes. Eigentlich ist es kein wirklicher Campingplatz, eher ist es eine Wiese vor dem alten Haus, welches er liebevoll renoviert. Die Geschichte des Hauses ist hoch interessant. Es handelte sich bis vor ca. 20 Jahren um die letzte Bar in Klaipeda, in welcher sich viele dunkle Gestalten aufgehalten haben. Allerhand Halunken wurden hier wohl geschnappt - wenn doch nur die Wände erzählen könnten. Allgemein haben wir uns viel über Litauen, das Leben in diesem Land und die Veränderungen der letzten Jahre unterhalten. Ein wirklich schönes Gespräch. Zum Abschluss bekamen wir noch selbstgepressten naturtrüben Apfelsaft geschenkt - einfach klasse.

 

Bevor wir in Lettland einfahren gehen wir noch einkaufen und tanken voll. Die Fahrt nach Liepaja verlief reibungslos. Wir sind einige Stellplätze angefahren, die meisten hatten allerdings noch geschlossen. Am Ende haben wir aber einen sehr schönen Platz gefunden. Schnell noch etwas leckeres gekocht bevor wir den Sonnenuntergang am Meer genießen wollen. Ein langer aber schöner Tag neigt sich dem Ende entgegen. 

Tag 13  Liepaja - Man spürt die Seele Lettlands

21. Mai 2018

Auf gehts - denken wir uns und kommen ins Gespräch mit unseren Campingnachbarn. Wirklich interessante Lebensgeschichten hört man da! Mit „leichter“ Verspätung starten wir in den Tag. Die Stadt von Liepaja ist unser Ziel. Einen wirklichen Radweg gibt es nicht, also fahren wir querfeldein und merken schnell, dass wir ein bisschen auf dem Holzweg sind - heißt, dass es eine schwer befahrbare Strecke ist durchs tiefste Hinterland. Als wir wieder auf eine normale Straße treffen, entschließen wir uns den direkten Weg zu nehmen, auch wenn recht viele Autos unterwegs sind und wir sehr aufmerksam fahren müssen. 

 

Wir haben uns vorher keinen Plan gemacht und sind froh, auf englische Beschilderung in der Stadt zu treffen. Der erste Halt ist der Markt. Draußen wird alles aus dem Garten angeboten. Die schönen Blumen, das Gemüse und die Früchte duften wunderbar. Einmal über den Markt geschlendert entdecken wir dahinter eine alte Markthalle aus dem Jahr 1910. In dieser Halle sind die Theken voller Fleisch, Käse und Süßigkeiten. Wir machen Halt an einem Stand, an dem wir Cebureki entdecken, ein Nationalspeise aus Lettland. Ein kleiner Junge hilft uns beim bestellen, da die Verkäuferin kein englisch spricht - wirklich sehr lecker und absolut empfehlenswert. 

 

Nach der kleinen Stärkung schauen wir uns die „Jazepa Kathedrale“ in welcher der Altar und die bemalten Holzvertäfelungen hervorstechen. Wir radeln quer durch die Stadt und lassen uns treiben - die kleinen alten Häuschen entlang der Straßen versetzen einen beinah in einer andere Zeit. An jeder Ecke staunen wir und sind ein bisschen verzaubert. Auch wenn die Häuser vielleicht ein wenig angestaubt sind, so sind sie bestimmt wahre Schätze, die in ein paar Jahren wieder zum leben erweckt werden. 

 

Als wir die Rückreise antreten, machen wir noch einmal halt am Meer und atmen kurz durch. Wirkliche eine schöne Stadt deren Besichtigung wir absolut empfehlen. Wieder zurück am Campingplatz kommen wir mit einem weiteren Campingnachbarn ins Gespräch - Horst ein pensionierter Lehrer reist seit mehreren Jahren durch die Welt. Ganz besonders oft hat er die nordischen Länder besucht. Wir setzen uns zusammen, kramen die Landkarten hervor und erhalten einen Tip nach dem Nächsten für unsere weitere Reise. Für solche Tips sind wir unendlich dankbar und freuen uns umso mehr auf unser weiteres Abenteuer. 

Tag 14  Ventspils und die Autobatterie

22. Mai 2018

Nach einer ruhigen Nacht und einem leckeren Frühstück fahren wir weiter in Richtung Norden. Unser nächster Halt war ein Tip und so fahren wir nach Ventspils, eine große Hafenstadt in Lettland. Entspannt fahren wir durch weite Landschaften, Wälder und kleine Dörfer. Es wird immer ruhiger um uns herum. Kaum noch treffen wir auf andere Autos. Touristen sucht man ebenso vergeblich wie große Metropolen. Die Häuser werden einfacher, meist bestehen sie nur aus Holz und einem Blechdach -- zumindest in den kleinen Dörfern am Rande der Straße.

In Ventspils angekommen fahren wir unseren nächsten Standplatz an. Nachdem Anne die Anmeldung vollzogen hat, starte ich den Motor und siehe da, scheinbar ein neues Problem :-(. Während der Fahrt hat sich die Starterbatterie entladen anstatt geladen. Fragend schauen wir uns an. Nachdem wir kurz recherchiert haben fahren wir die erste Werkstatt an, danach die Zweite und die Dritte. So richtig kann oder will man uns nicht helfen. Am Ende stellt man eine defekte Lichtmaschine fest. Aber die Werte auf dem Ablesegerät des Mechanikers zeigen eigentlich was anderes an. Wir suchen Rat bei unserer Familie und brechen die Werkstattsuche ab. Aktuell ist die Batterie wieder gut geladen und macht auch keine Probleme. Wir werden es beobachten und weiterreisen.

Die Stadt Ventspils haben wir mit dem Rad erkundet, so richtig hat sie uns nicht angesprochen und so werden wir morgen weiterreisen. Schon bald geht es nach Riga, da freuen wir uns besonders drauf!

Tag 15  Relaxen, Angeln & Grillen - Ein Tag am See

23. Mai 2018

Heute war ein Tag ganz nach unserem Geschmack. Schon früh am Morgen sind wir in Richtung Usma aufgebrochen. Dort trafen wir auch Petra & Horst, welche uns den Platz empfohlen hatten. Mitten in der Natur an einem herrlichen See kamen wir nach einer Stunde fahrt an. Der Usma See ist ein beliebter Erholungs-, Angel - Segelort mit dem einzigen Binnenyachthafen in Lettland. Er hat 7 große Inseln und ist der viert größte See in Lettland. Das Naturreservat Moriksala ist das zweit älteste in Europa.

Der See lud direkt dazu ein die Angel auszuwerfen. Den ganzen Tag und bis spät am Abend saß Sören am See. Am Ende waren es 5 Fische, leider waren alle zu klein und daher wurden Sie wieder in die Freiheit entlassen. Aber es war ein mega Spaß und Erholung zugleich.

Ebenso nutzten wir den Tag um Wäsche zu waschen und einmal klar Schiff zu machen. Am Abend gab es ein leckeres BBQ, bevor wir dann noch einen schönen gemeinsamen Abend mit Petra und Horst verbrachten. Die Beiden haben wir echt ins Herz geschlossen. Ihre Reise soll am Nordkap enden und bis dahin werden wir uns bestimmt noch das eine oder andere Mal begegnen. Es ist toll welch Persönlichkeiten man immer wieder auf solch einer Reise trifft. Morgen geht es weiter nach Riga.

Tag 16 Auf nach Riga

24. Mai 2018

Nach einem schönen Tag sitzen wir leicht geschafft aber voller neuer und schöner Eindrücke in unserem Wohnmobil und lassen den Tag Revue passieren. Am Morgen erwachten wir mit einem eindrucksvollen Blick auf den See des Moricsalas Naturreservats. Einen schöneren Ausblick kann man wohl kaum haben, wenn das Rollo des „Schlafzimmers“ am Morgen nach oben schnellt.

 

Die Sachen waren ruck zuck gepackt und schon ging die Reise nach Riga los. Bevor wir ankamen machten wir zusammen mit Petra und Horst in einem Lebensmittelgeschäft halt. Ein riesiges Einkaufsparadies in dem man sich erstmal zurechtfinden muss. Entsprechend Zeit kostetet das einkaufen - vom Stellplatz waren wir aber nicht mehr all zu weit entfernt und so standen wir ein paar Minuten später am Ufer des blauen Daugava-Flusses, welcher durch Riga fließt.

 

Das Fahrrad war wieder mal das Fortbewegungsmittel unserer Wahl und wir machten die erste kleine Erkundungstour durch die Stadt. Der erste Eindruck von Riga macht direkt Lust auf mehr, da die Stadt viele historische Bauten hat, vielen kleine Gässchen und Lädchen die zum Bummeln einladen. Nach einer kurzen Erstbesichtigung beschließen wir wieder den Rückweg anzutreten, wir wollen uns ja schließlich für den morgigen Tag noch was übrig lassen. Am Abend setzen wir uns noch mit Petra und Horst an die kleine Terrasse des Stellplatzes, genießen noch die letzten Sonnenstrahlen und lassen den Tag ausklingen. Wir freuen uns auf dich: Riga! 

Tag 17 Riga - Lettlands lebendige Hauptstadt

25. Mai 2018

Als erstes geht es hoch hinaus - wir sind im Gebäude der Akademie der Wissenschaft in Lettland und wollen uns als Erstes einen Rundumblick über die Hauptstadt gönnen. Vom Campingplatz am Fluss Daugava dauerte es nur 20 Minuten und schon waren wir im Fahrstuhl unterwegs in den 15ten Stock des Gebäudes - von da aus noch 2 Etagen zu Fuß und schon konnten wir das Panorama über Riga genießen. Da das Wetter grandios ist können wir bis in die weite Ferne Blicken und all die Sehenswürdigkeiten, die wir später am Tag noch genauer erkunden wollen, schon einmal von oben betrachten.

 

Sören hält ein paar schöne Aufnahmen von diesem imposanten Ausblick mit seiner Kamera fest und schon steht unser nächstes Ziel auf dem Plan. Der Markt von Riga - die 5 ehemalige Zeppelinhallen strotzen nur so von geschäftigem Treiben. Blumen, Früchte, Gemüse, Fisch, von der Hausfrau bis zum Geschäftsmann - der Markt bietet Allen was das Herz begehrt. Die bunten Theken laden zu verweilen, schauen und probieren ein. Wir kaufen hier und da eine Kleinigkeit zum probieren und radeln dann weiter Richtung Altstadt. Wir erkunden das Freiheitsdenkmal, die Orthodoxe Kirche, die 3 Brüder-Häuser, der Park Bastejkalns und vieles mehr. Riga ist eine wirklich wunderschöne Stadt mit einem ganz besonderen Flair. Am Nachmittag geht es zurück in Richtung Campingplatz wir genießen noch einen letzten Blick von der Bücke Vansu Tilts auf die Stadt. Morgen geht es nach 2 schönen und lebendigen Tagen wieder in die Natur.

Tag 18 & 19 - Pure Entspannung im Gauja Nationalpark

26. & 27. Mai 2018

Nach den schönen Tagen in Riga ging es nun weiter in den Gauja Nationalpark, mitten in Lettland. Petra und Horst reisen ab jetzt etwas schneller weiter in Richtung Tallinn. Die Straßen werden rauer, die Landschaft bleibt geprägt von weiten Wäldern und Seen. Nach ca. 2 Stunden fahren wir im Apalkalns Campingplatz ein und blicken direkt auf den herrlichen See, welcher bereits ca. 20 Grad hat. 

 

Der Gauja Nationalpark ist der größte und älteste Nationalpark in Lettland. Er ist durch eine große biologische Vielfalt, verschiedene Reliefformen, Quellen, Sandsteinfreilegungen, malerische Landschaften und einzigartige Natur- und Kulturdenkmäler geprägt. Aktivurlauber und Abenteurer sind hier genau richtig. Mehr über den Park erfahrt Ihr hier.

Kaum steht das Wohnmobil liegt auch schon die Angel aus, ob es heute endlich mit dem großen Fang klappt? Leider ist der Appetit der Fische hier nur sehr klein und so wird es wieder nichts mit dem Fisch am Abend. Dafür war Anne leckere Koteletts einkaufen - wie sich herausstellte, waren es aber Geflügelhackfleischbouletten mit Sesamkruste :-) aber mit leckerem Gurkensalat und Kartoffeln aus Opas Garten schmeckt einfach alles.

Am Abend setzen wir uns mit Armin und Maria zusammen, welche uns auf ein Glas Wein eingeladen haben. Danach musste Sören natürlich noch das Champions League Finale schauen - leider gewannen die Falschen. Die Nächte sind noch recht kühl, am Tag haben wir bis zu 28 Grad. Wir haben uns sehr an das Leben im Camper gewöhnt und schlafen wunderbar in unserem Zuhause auf Zeit.

 

Am 2ten Tag im Park haben wir eine Radtour unternommen. Es ging durch dichte Wälder und vorbei an herrlichen Seen. Immer wieder findet man wunderschöne Unterkünfte mit eigenem Seezugang - hier kann man herrlich Urlaub machen! Später geht es noch in den See und viellicht fahren wir noch mit dem Boot raus, auch dafür ist hier im Apalkalns Campingplatz gesorgt - ein Ort für beste Entspannung.

Tag 20 & 21 - Pärnu & Saaremaa in Estland

28. & 29. Mai 2018

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön. Nach diesem Motto fahren wir heute zum ersten mal mit unserem Wohnmobil über die Ostsee. Wir starten vom Campingplatz in Pärnu, auf dem wir gestern mal wieder Petra und Horst getroffen haben, mit dem Ziel Saaremaa.

 

Die größte Insel Estlands ist nur via Schiff erreichbar und so stehen wir 2 Stunden später am Einlass zum Hafen. Die Überfahrt ist schnell gebucht und schlägt mit 14€ zu Buche. Nach 20 Minuten erreichen wir die kleine vorgelagerte Insel Muhu von der es dann über einen Damm zur Hauptinsel geht. Wir sind heute mal wieder von der abenteuerlichen Sorte und entscheiden uns frei zu stehen. Und diese Entscheidung ist goldrichtig, denn wir stehen an einem schönen Strand mit einem kleinen Steg und um uns herum noch ein paar andere Camper. Hier treffen wir auf Waldemar und Titus, welche mit dem Rad von Tallinn nach Deutschland radeln. Zuvor haben sie schon fast die ganze Welt mit dem Rad bereist. Die Beiden haben wirklich interessante Geschichten erlebt und mehr findet Ihr auf www.weltreise-statt-kindergarten.de.

 

Nachdem wir uns kurz mit der Umgebung bekannt gemacht haben, steigen wir aufs Fahrrad und fahren 11 km bis zum Ort Angla in deren Mitte noch 5 alte Windmühlen auf einem Hügel stehen. In einer von ihnen wird noch heute mit der Kraft des Windes Getreide zu Mehl verarbeitet.  Nach einer kurzen Pause treten wir wieder den Rückweg an und sind mit Rückenwind wieder recht schnell an unserem auserkorenen Platz. Nach dem Abendessen schweift unser Blick wieder Richtung Meer, selbst vom Bett aus sehen wir den Sonnenuntergang.

Tag 22 - Die Klippen von Panga und Kuressaare

30. Mai 2018

Mit einem schönen Blick aufs Meer lässt es sich am besten in den Tag starten. Von unseren Stellplatznachbarn haben wir von einer kleinen aber feinen Bäckerei auf der Insel erfahren, die man unbedingt einmal besucht haben muss. Wir fahren also direkt am Morgen los und die Bäckerei ist unser Ziel. Wir kommen an den Mühlen vorbei, die wir gestern mit dem Fahrrad besucht haben und kurze Zeit später halten wir schmackhafte Teilchen in der einen und einen leckeren Kaffee in der anderen Hand und lassen es uns schmecken. Ein toller Start in den Tag. 

 

Wir haben von der Steilküste von Panga gehört und fahren nun weiter Richtung Nordwesten durch die endlosen Wälder und Felder auf der Insel Saaremaa. Viele Schilder weisen darauf hin, dass hier Elche den Weg kreuzen könnten - bisher haben wir jedoch noch keinen erblicken können, nur ein Reh springt noch schnell vor unserem Wohnmobil über die Straße.

 

Die Steilküste von Panga ist ein wirklich schönes Ziel. Auf dem Küstenpfad laufen wir oberhalb der Klippen entlang und genießen den tollen Ausblick. Sören lässt die Drohne steigen und wir bekommen so noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Klippen...aber seht selbst.

 

Kurze Zeit später finden wir uns in einem Antikgeschäft in der Hauptstadt Kuressaare im Süden der Insel wieder und siehe da, wir treffen unsere Stellplatznachbarn, von denen wir uns heute morgen noch verabschiedet haben, wieder. Welch ein Zufall!

 

Gleich gegenüber vom Antikgeschäft erblicken wir die Burg von Kuressaare und statten ihr einen kurzen Besuch ab, bevor wir das kleine Städtchen weiter zu Fuß erkunden. Es gibt zwar viele kleine, niedliche Häuser, da es hier aber ansonsten nicht viel Sehenswertes gibt, entscheiden wir uns weiter zu reisen und einen Stellplatz für diese Nacht zu suchen.

 

Da wir in der letzten Nacht wieder eine so gute Erfahrung mit dem Freistehen gemacht haben,  wollen wir es heute gern erneut versuchen. Aber leider ist uns unser Glück nicht hold und wir fahren einen Platz nach dem nächsten an - mal verläuft der Weg sprichwörtlich in Sande, mal finden wir uns auf einem Privatgelände wieder, mal wird uns auf Grund der Wespen und Schlangen abgeraten. Wir entscheiden also kurzerhand wieder mit der Fähre aufs Festland überzusetzen und es ein letztes Mal zu versuchen. Und siehe da, der Stellplatz für heute Nacht ist gefunden. Mit einem großartigen Blick auf das Meer endet nun auch dieser Tag.

Tag 23 - Haapsalu und der Keila Wasserfall

31. Mai 2018

Die Fischer machen ihre Boote zum fischen fertig und starten ihre Motoren. Das geschäftige Treiben läutete das Ende unserer Nachtruhe ein. Für den neuen Tag haben wir geplant weiter entlang der Westküste Estlands in Richtung Norden zu fahren. 

 

Mittlerweile sind wir schon recht geübt, was das packen des Wohnmobils angeht und so waren wir schon kurze Zeit später auf der Piste. Das schöne Städtchen Haapsalu ist unser erster Halt und schon nach wenigen Minuten fühlen wird uns hier richtig wohl. Der elegante Kurort, in dem damals die russische Zarenfamilie gern verweilte ist wahrlich eine Augenweide. 

 

In einer kleinen Bäckerei gönnen wir uns ein Croissant und aufs gehts zur Stadterkundung. Entlang der Uferpromenade stehen alle paar Meter strahlend weiße Sitzbänke, auf der je eine namentliche Widmung zu finden ist. Eine ganz besondere Bank entdecken wir am Ende der Promenade, welche Peter Tschaikowski gewidmet ist. Auch er war des öfteren zu Gast in Haapsalu. Nähert man sich nun dieser Bank erklingt die 6. Sinfonie - welch eine schöne Idee! 

 

Vorbei am schönsten Haus der Stadt, dem Kurhaus, welches 1905 erbaut wurde und somit das älteste erhaltene Kurhaus Estlands ist, gelangen wir wieder zurück in den Stadtkern. Im Zentrum steht die Bischofsburg aus dem 13. Jahrhundert, welcher wir zugleich einen Besuch abstatten. Zwar ist sie in weiten Teilen verfallen aber trotz dessen groß und mächtig - wie in einer anderen Zeit. Haapsalu versprüht einen ganz eigenen Charme. Die vielen kleinen Holzhäuser und die engen Gassen laden zum verweilen ein. Kein Wunder das sich die Zarenfamilie hier wohlgefühlt hat.

 

Wir werden Haapsalu in guter Erinnerung behalten und fahren unser nächstes Ziel an, den Wasserfall Keila. Nach ein paar Fotoaufnahmen, machen wir uns weiter auf den Weg zu unserem heutigen Stellplatz, welcher 25 Kilometer vor den Toren Tallinns, direkt am Meer gelegen ist. Auch heute Nacht stehen wir frei. Um unser Reisebudget zu schonen, werden wir in Zukunft wohl häufiger diese Variante zum Übernachten nutzen.

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