Tag 54 - Der Geirangerfjord

1. Juli 2018

Nach 2 Tagen am Norddalsfjord geht unsere Reise dann zunächst auf der Adlerstraße weiter. Mit der Eröffnung dieser Straße im Jahr 1955 bekam der Ort Geiranger die erste Straßenverbindung und war somit nun auch im Winter erreichbar.  Da die Straße im oberen Teil durch ein Adlergebiet führte, wurde der Name entsprechend gewählt. Von der obersten Serpentine, der Adlerkurve erhaschen wir (mit sehr vielen anderen Touristen) den ersten tollen Blick auf den Geirangerfjord. Nach dem auch die restlichen Serpentinen geschafft sind, kommen wir in der Ortschaft Geiranger an und sind leicht negativ erstaunt, was Tourismus so anrichten kann. Über dem Fjord schwebt ein deutlich sichtbarer Schleier aus Abgasen der Fahrzeuge und Schiffe. Der Geruch erinnert uns stark an Berlin, nur das dies ein wirklich kleiner Ort ist, der aber von der Masse an Touristen völlig überrant wird. Klar, wenn mit einem einzigen Schiff schon mal über 3000 Passagiere den 200 Einwohner „starken“ Ort erkunden. Eigentlich wollten wir hier am Ufer übernachten, nach 2 Stunden machen wir uns aber lieber weiter auf den Weg, da das Ambiente hier einfach nicht für uns stimmt. 

 

Wieder schraubt sich unser Wohnmobil die steilen Straßen und Kurven hinauf. Was für ein Kraftakt, sowohl für den Fahrer als auch den Motor. Oben angekommen ist wieder Natur pur angesagt. Bergwiesen und türkisfarbene Seen, Schneefelder und strahlend blauer Himmel. So lässt es sich reisen. Über unsere App haben wir einen anderen Stellplatz gefunden und fahren noch 2 Stunden weiter in die Nähe von Loen. Doch der Weg hat es in sich...die Straßen sind nach wie vor eng und bei so manchem Lkw im Gegenverkehr halten wir die Luft an. Als ob das helfen würde :-)

 

Auch Tunnel ohne Licht sind hier anscheinend kein Problem...wir fühlen uns auf den 3,5 km als würden wir in ein Bergwerk einfahren. Schon ein wenig gruselig! Aber natürlich geht es um so schneller durch die Berge hindurchzufahren, als immer hoch und runter. Als wir dann in der Nähe von Loen unseren Stellplatz  beziehen sind wir froh heil angekommen zu sein. Wir fahren einen kleinen Radweg entlang und stehen abgelegen oberhalb eines Süßwassefjordes. Das es so etwas gibt wussten wir gar nicht, da ja jeder Fjord einen Zugang zum Meer hat, hätten wir eher auf Salzwasser getippt. Am Ufer finden wir einen kleinen Steg und halten die Füße ins Wasser. Ganz schön frisch hier! Aber den Norwegern scheint das gar nichts auszumachen. Mit viel Schwung und einem großen Sprung ins Wasser tauchen sie ab. Die scheinen hier wohl etwas mehr abgehärtet zu sein. Später am Abend parken wir aber doch nochmal um und stellen uns ein paar Kilometer weiter zu anderen Campern. Ganz so einsam und abgelegt fühlen wir uns dann doch nicht sooo wohl. Wir spielen noch ein paar Runden Karten (Skip-Bo - sehr zu empfehlen) und fallen todmüde um 01.00 Uhr ins Bett. 

Tag 55 bis 57 - Schweden wir kommen...

2. - 4. Juli 2018

Heute ist ein Reisetag geplant und unser Weg führt uns in 4 Stunden nach Otta, einer kleinen Stadt umgeben von den Flüssen Otta und Gudbransdalslågen. Wir fahren entlang vieler Passstraßen sowie durch Täler und genießen die schroffe und wilde Landschaft. Nach 7 Tagen Freistehen ist für heute die Übernachtung auf einem Campingplatz am Ortsrand geplant. Dort angekommen schnappen wir uns die Räder und fahren noch einmal in Richtung Innenstadt. Wir kaufen noch ein paar kleine Dinge ein und kochen uns am Abend etwas Leckeres.

 

Einkaufen in Norwegen ist wirklich keine günstige Angelegenheit. Viele Urlauber packen natürlich ausreichend Lebensmittel für ihren Urlaub hier ein, da wir ja nun aber schon eine Weile unterwegs sind, sind unsere Vorräte schon aufgebraucht. Das bedeutet auch ein wenig Verzichten zu müssen. Durch die norwegische Zuckersteuer sind alle Lebensmittel die Zucker enthalten preislich sehr intensiv und eine kleine Tafel Schokolade kann hier schon mal mit 5 Euro zu Buche schlagen. Folglich verzichten wir hier auf diese Leckereien, was unserer Figur ja aber auch nicht schadet. Den restlichen Tag verbringen wir mit Wäsche waschen und der weiteren Reiseplanung.

 

Am kommenden Morgen verschlafen wir ein wenig und kommen vom Campingplatz erst spät los. Aber egal, wir haben es ja nicht eilig. Heute werden wir nach Schweden fahren. Vor gut 2 Wochen waren wir ja schon einmal kurz in Schweden auf der Durchreise in Richtung der Lofoten, doch nun wollen wir Schweden für eine längere Zeit bereisen und genießen. Bei der Grenzüberfahrt merken wir kaum, dass wir in einem anderen Land sind bis auf, dass die Straßen breiter werden und die schroffen Berge sich langsam in sanfte Hügel verwandeln. 

 

In der Nähe von Funäsdalen machen wir Halt und suchen uns einen hübschen Platz am Ufer. Zwar befindet sich eine kleine Baustelle direkt daneben, da aber der Bagger und andere Gerätschaften allein umherstehen und kein Bauarbeiter in Sicht ist, entscheiden wir uns trotzdem einfach hier zu bleiben. Tatsache tauchen die Bauarbeiter 2 Stunden später doch auf, arbeiten noch 2 Stunden und gehen dann ab in den Feierabend. Wahrscheinlich haben sie am Nachmittag eine Pause gemacht und das Spiel Schweden gehen Japan geschaut.

 

Am nächsten Morgen werden wir von dem Baulärm geweckt und suchen schnell das Weite. Gefrühstückt wird heute auf dem Parkplatz eines Meteoritenkraters, den wir bei einem kleinen Spaziergang erkunden. Nach Kaffee und Knäckebrot geht unsere Reise heute weiter zum Storsjönsee, dem fünft größten See in Schweden. Die Umgebung erinnert stark an meine Kindheitsvorstellung von den Geschichten aus Bullerbü und Michel in der Suppenschüssel. Auf einmal sehen wir sogar noch Rentiere - einfach herrlich.

 

Der Stellplatz direkt am Seeufer ist traumhaft. Das Wasser ist nur ein paar Meter entfernt, es gibt einen Grill und gehacktes Holz zum Feuer machen liegt auch bereit. Wir sind uns sicher, dass wir hier eine tolle Zeit verbringen werden. Und mit etwas Glück werden wir vielleicht auch den Storsjöodjuret sichten - ein Seeungeheuer was seit 1635 in den Tiefen des See schlummern soll. 

Tag 58 bis 60 - Feuer, Straßenkino & endlich Pizza

5. - 7. Juli 2018

Schweden begrüßt uns am zweiten Tag mit herrlichem Wetter und traumhaft schöner Natur. Auf der Insel Andersön in der Nähe von Östersund haben wir unser kleines Camp aufgeschlagen. Nach einem kurzen Frühstück fahren wir noch einmal kurz ins Dorf um etwas einzukaufen. Danach kümmern wir uns um Feuerholz, um am Abend gemütlich am Feuer sitzen zu können. Anne hackt schon wie ein Profi Holz - Chapeau! 

 

Wir genießen nach der vielen Fahrerei dir ruhigen Stunden am See. Ab und zu kommen Einheimische vorbei und machen ein Picknick. Am Nachmittag laufen wir bis zur Spitze der kleinen Insel, alles ist so friedlich hier. Am Abend setzen wir uns ans Lagerfeuer und grillen ein Abschiedsgeschenk von Enrico aus Berlin - Original Thüringer Bratwürste in der Dose, super lecker und endlich mal wieder Fleisch. Nach einer halben Stunde zieht dann auf einmal ein sehr frischer Wind auf und wir verlegen unseren Stellplatz für die Nacht an eine etwas windgeschütztere Stelle im Naturreservat. 

Weiter geht es nun in Richtung Östersund. Nach wenigen Minuten kommen wir in der kleinen aber wirklich niedlich gestalteten Stadt an. Uns fallen sofort die vielen schönen Radwege auf - also schnell das Rad geschnappt und auf gehts. Schweden ist sehr kinderfreundlich und so findet man an jeder Ecke der Stadt Spielmöglichkeiten. Ob eine riesige Hüpfburgstadt, Fußballbilliard oder einfach nur schön gestaltete Spielplätze. Nicht ohne Grund hat Schweden die zweit höchste Geburtenrate in ganz Europa. Auf Platz eins liegt übrigens Frankreich, Deutschland landet abgeschlagen auf Platz 13.

Nach den zurückhaltenden Finnen und ruhigen Norwegern fällt uns sofort die Freundlichkeit der Schweden auf. Egal wo, stets werden wir mit einem unheimlichen freundlichen "HejHej" begrüßt. Die geschmackvollen Einrichtungsläden laden zum bummeln ein - unser Highlight war der Laden U.N Interiör​. Dieser bietet sehr geschmackvolle und individuelle Einrichtungsgegenstände an - wir hätten zu gern das eine oder andere Stück mitgenommen. 

 

Nachdem wir so viele Tage in der Natur verbracht haben genießen wir das bunte Treiben und beobachten Minutenland schweigend das Treiben - wir taufen es Straßenkino.

 

Seit Wochen ernähren wir uns ausschließlich gesund und ohne jegliches Fast Food. Doch langsam steigt der Heißhunger auf einen richtigen Leckerbissen. Und so treibt es uns in eine Pizzeria, wo wir uns eine köstliche Pizza teilen - soooo lecker. Am Abend windet es in Östersund sehr und wir machen uns einen gemütlichen Abend im Mobil.

Heute ging es dann weiter in Richtung Sundsvall. In Schweden ist man sehr hilfsbereit und so können wir sogar an Tankstellen ohne Probleme Frischwasser zapfen. So macht Campen natürlich Spaß. Nach einer Stunde Fahrt kommen wir in Vikbron an. Direkt am Fluss Ljungan mit einer schönen historischen Brücke, wurde ein kleiner kostenfreien Stellplatz geschaffen. Die Brücke wurde 1888 erbaut, bei  einem Hochwasser im Jahre 2000 stark beschädigt und im Jahr 2005 wieder neu aufgebaut. Mit 133 Metern ist sie die längste Holzbrücke in ganz Schweden.

Wir steigen auf die Räder und fahren durch grüne Felder vorbei an vielen kleinen roten Häusern und genießen die Sonne. Schweden hat uns herzlich begrüßt und wir freuen uns auf die kommende Zeit.

Tag 61 & 62 - An der Ostseeküste von Schweden

8. & 9. Juli 2018

Der Sommer in Schweden zeigt sich mal wieder von seiner besten Seite. Wir sind nun an der Ostseeküste angekommen und genießen den weiten Blick auf das Meer. Gestern haben wir einen Campingplatz angefahren - terrassenförmig angelegt und jeder Platz mit einen schönen Blick. Aber das Beste - Duschen so lange man will. Endlich scheint die Zeit der Duschmarken vorüber, in welcher wir sagenhafte 4 Minuten „Wellness“ erleben konnten. Natürlich haben wir das gleich ausgenutzt und uns ausreichend berieseln lassen.

 

Auf einem Campingplatz zu stehen ist manchmal auch wie ein wenig Kino. Die riesigen Wohnmobile werden geparkt, dann umgeparkt und dann nochmal umgeparkt. Die Frauen winken wie verrückt, stellen sich jedoch genau hinter das Mobil, so dass der Fahrer sie nicht im Seitenspiegel sehen kann und das Rangieren hält an. Nachdem die Männer zig Male auf die Keile aufgefahren sind, rücken sie mit Schwämmchen, Läppchen und Polituren an und pflegen ihre Lieblinge. Nun geht es weiter - der Vorzeltteppich wir ausgelegt und mit Heringen befestigt, dabei stolpert die Frau über den Spanngurt der Markise. Wir nennen es Stellplatzkino - einfach lustig mit anzusehen. 

 

Heute ging es dann weiter in die Nähe von Lubban. Ach ist das idyllisch hier. Unsere Erkundungstour mit dem Rad führt uns zu einer alten Ziegelbrennerei, welche im Jahr 1673 erbaut wurde. Noch immer kann man sich sehr gut vorstellen, welch harte Arbeit hier geleistet wurde. Die „Galtstörms Bruk“ ist sehr gut erhalten und jederzeit kostenfrei zu besichtigen. Vorbei an kleinen Seen und bunten Blumenwiesen geht es weiter zu den Trollsteinen. Hier ist alles so friedlich und wie aus dem Bilderbuch. Die ansässige Gemeinde ist hier auch wirklich sehr aktiv und um das Wohlbefinden seiner Campingbesucher bemüht. Es gibt einen kostenfreien Stellplatz direkt am Meer, öffentliche Toilettenhäuschen und sogar ein kleines Duschhaus, welches die Camper umsonst nutzen dürfen.

Langsam spürt man das die Ferienzeit in Schweden begonnen hat. Immer mehr Camper sind unterwegs und die freien Stehplätze und Campingplätze werden voller. Gern denken wir an unsere Zeit im Baltikum zurück, wo wir zum Teil ganz allein auf Campingplätzen standen. Aber es hat auch seine Vorteile nicht allein zu stehen, so fühlt man sich gerade auf Freistehplätzen sicherer. In den Nächten wird es nun langsam wieder dunkler, man merkt das die Sonnenwende bereits vollzogen ist, wir uns vom Polarkreis immer mehr entfernen und die Tage kürzer werden.

Tag 63 & 64 - Idyllische Dörfer & Seen in Schweden

10. & 11. Juli 2018

Nach 2 Tagen in der Nähe von Lubban geht unsere Reise weiter in Richtung Süden entlang der Ostseeküste von Schweden. Wie genießen die gut ausgebauten Straßen und das herrliche Wetter. Auch heute wollen wir wieder Freistehen um Geld zu sparen und bisher hat es immer super funktioniert.

Am Morgen haben wir uns mal die Zeit genommen um Großbritannien, Schottland und Irland zu planen. Es wird traumhaft, wir freuen uns schon sehr auf die nächsten Wochen. Nach über 5 Wochen in Skandinavien ziehen wir auch das erste Fazit. Tiefe Wälder, blaue Seen, unendliche Weiten, klare Luft und Einsamkeit - diese Dinge werden wir stets mit Finnland verbinden. Norwegen hat uns vor allem landschaftlich extrem beeindruckt. Die Lofoten mit ihren Bergen im Atlantik, die vielen Fjorde, Angelspaß und stets frischer Fisch aber auch extrem teuren Lebensmittel und zum Teil doch etwas reservierten Norweger. In Schweden fällt uns vor allem die Freundlichkeiten der Menschen und die vielen Attraktionen für Kinder auf. Natürlich ist auch die Natur und Ruhe sehr beeindruckend. Kein Wunder das so viele Touristen Jahr für Jahr Skandinavien besuchen.  

In den kommenden Tagen werden wir nach Rättvik fahren und Zeit mit Freunden verbringen. Danach geht es weiter über Stockholm nach Göteborg und von da aus mit der Fähre nach Dänemark zu den Wikingern. 

Tag 65 bis 67 - Gävle, Mora und bei 30 Grad im See

12. - 14. Juli 2018

In den letzten 3 Tagen sind wir weiter in Richtung Rättvik gefahren. Nach einsamen und stundenlangen Fahrten durch Wälder im Norden von Skandinavien, wird es nun langsam etwas voller in Schweden. Der Süden ist vor allem bei vielen Touristen aus Deutschland und den Niederlanden beliebt. Und so kommt es, dass wir nun kaum noch alleine Freistehen - stets gesellen sich Camper aus aller Welt dazu. 

Gestern haben wir über 1 Stunde in der SB-Waschanlage in Falun verbracht. Erst wurde das Auto gewaschen und dann auch im Innenraum einmal auf Vordermann gebracht. Die 8 Wochen sah man ihm schon an - allerdings steht er immer noch wie eine Eins da :-). Weiter geht es entlang einer Schotterstraßen und wir hoffen auf eine Gasauffüllstation zu treffen. Nach wenigen Minuten sind wir da und können unsere Flaschen auffüllen. Nun sind wir wieder für lange Zeit autark. Aktuell lieben wir es immer mehr Freizustehen - oftmals sind die Plätze schöner und ruhiger als ein Campingplatz. Mit einer Gasflasche 11L kommen wir ca. 3 -5 Wochen über die Runden. Der Kühlschrank läuft über Gas und natürlich das Kochfeld. Mit unseren Power Banks überleben wir bis zu 6 Tage ohne zusätzlichen Strom, die Solaranlage und Bordbatterie haben wir dabei noch nie wirklich ausgereizt, so dass wir mittlerweile bis zu 7 Tagen hintereinander Freistehen und immer noch Reserven haben. Für das Aufladen der Handys nutzen wir das Solar Lade Panel von Anker, welches wirklich super funktioniert.

In der Nähe von Leksand verbringen wir eine ruhige Nacht am Siljan See bevor es heute dann weiter nach Mora ging. Heute testen wir einmal die Willys Supermärkte. Oftmals nutzen wir die Lidl Märkte, aber auch Willys soll preislich in Ordnung sein. Das Angebot ist riesig, die Preise so lala und so leert sich der Geldbeutel wie gewohnt in Skandinavien relativ schnell.

Am Abend stehen wir erneut mit einigen Campern am See, spielen Karten, gehen Wandern, Schwimmen im See und genießen den herrlichen Sommer in Schweden. Der Siljan See ist einer der größten Seen in Schweden, glasklar und wohltemperiert. Nachdem wir den See nun fast einmal komplett umrundet haben, geht es morgen weiter nach Rättvik, wo wir endlich auf Anne, Lea, Tobi und Fred treffen. Es stehen ein paar schöne gemeinsame Tage an.

Tag 68 - Gammelgården, Hitze & schöne gemeinsame Stunden mit Freunden

15. Juli 2018

Langsam erwacht der Tag am Siljan See. 26 Grad sind bereits um 8.00 Uhr im Wohnmobil und wir öffnen die Fenster weit und richten unsere Blicke auf den See. Die Nacht war ruhig, ohne Mücken und nicht zu kurz. Nach einem leckeren Frühstück verlassen wir Nusnäs und fahren am See entlang in Richtung Vikarbyn. Aus dem Radio schallt Westernhagen und wir singen laut mit - "Mit Pfefferminz bist Du mein Prinz" - solche Momente lieben wir.

Nach kurzer Zeit kommen wir an einem schönen, kleinen Campingplatz oberhalb des Siljan See´s an. Nach 6 Tagen Freistehen werden schnell alle Akkus angesteckt und dann geht es erst einmal ausgiebig Duschen. Nur wenige Zeit später treffen unsere Freunde aus Deutschland ein - die Freude ist groß. Tobias und Anne verbringen ihre Elternzeit gemeinsam mit ihren Kindern auf Reisen und sind in Punkto Kindererziehung schon lange Vorbilder für uns - schön das Ihr da seid.

Wir verbringen den Nachtmittag in einem typischen Gammelgården, dies sind alte Bauernhöfe in welchen man noch heute das damalige Leben erahnen kann. Die Sonne drückt bei 30 Grad und daher geht es schnall an den See. Tobias und Anne haben einen Espressokocher im Auto und so klingt der Nachmittag am See mit einem leckeren Kaffee aus. Am Abend sitzen wir lange zusammen und klönen, ein schöner Abend. 

Tag 69 bis 72 - Sonnige Tage mit Freunden in Dalarna

16. - 19. Juli 2018

"Hallo Allerseits" ruft es vor unserem Wohnmobil und ein kleiner blonder Sonnenschein begrüßt uns mit einem breiten Grinsen am Morgen. So starten wir gut gelaunt in unseren zweiten Tag in Vikarbyn. Die Sonne drückt enorm und es stehen bereits um 10.00 Uhr 28 Grad auf dem Thermometer. Schnell sind die Badesachen gepackt und es geht an den Strand. Der Siljansee ist der siebtgrößte See in Schweden und bis zu 134 Meter tief. Das Wasser ist angenehm warm und so verbringen wir einige Zeit am Strand. Am Abend sitzen wir lange zusammen und genießen den lauen Sommerabend.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter in die Nähe von Orsa auf einen Campingplatz direkt am See. Das Wetter ist weiterhin extrem heiß und so ist in ganz Schweden Feuer- und BBQ Verbot. Leider halten sich scheinbar nicht alle daran und so gibt es momentan erhebliche Waldbrände in ganz Schweden. Diese breiten sich aktuell unkontrolliert aus und so hat man in Schweden sogar um europäische Unterstützung gebeten. Ebenso werden Sicherheitshinweise via SMS an die Menschen versendet. Wir sind aktuell nicht betroffen, bleiben aber wachsam. 

Nachdem wir unser kleines Lager aufgebaut haben, schnappen wir uns die Räder und fahren in das 10 KM entfernte Orsa. Die kleine Stadt am Orsasjön schmückt unter anderem eine alte Kirche aus dem 13. Jahrhundert und eine kleine gemütliche Innenstadt. Nachdem wir zurück auf dem Campingplatz angekommen sind, gibt es bei Tobi und Anne leckere kleine Crevetten und bei uns Hühnchen mit Paprika-Zucchinigemüse. Die gemeinsamen Stunden am Abend haben wir besonders genossen, Karten gespielt und bis in die Nacht hinein gequatscht.

Um 8.00 Uhr morgens am nächsten Tag beendet die drückende Sonne bereits die Nachtruhe - schnell an den See! Im Ort gibt es einen schönen Gammelgården welchen wir ebenso noch besuchen. Am Abend findet ein kleines Stadtfest in Orsa statt und wir freuen uns schon wie Bolle darauf. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung - es regnet aus Kübeln und so setzen wir uns gemeinsam unter die Seeblickterrasse des Campingplatzes und genießen eine leckere Elch - und Beefpizza.

Die Tage mit Tobi, Anne, Lea und Fred vergehen viel zu schnell und wir sind dankbar für die gemeinsamen Momente. Heute sind wir nun in Richtung Stockholm aufgebrochen und machen einen Zwischenstopp in der Nähe von Sala.

Tag 73 - Stockholm "Venedig des Nordens"

20. Juli 2018

Viele Inseln, kleine Gassen und historische Bauten - für heute und morgen steht Stockholm auf dem Programm. Nach vielen Tagen in der ruhigen Natur geht es auf ins bunte Treiben. Wir haben uns für einen Campingplatz im Stadtteil Hägersten entschieden und nachdem wir eingecheckt haben machen wir uns auch schon auf den Weg Richtung Innenstadt. Nach einer 30 minütigen Fahrt mit der „Stockholms Tunnelbana“, welche preislich intensiv mit 4,50 Euro pro Fahrt und pro Person zu Buche schlägt, sind wir schon mittendrin. 

 

Unser erster Anlaufpunkt für heute ist Gamla Stan, die auf der Insel Stadsholmen gelegene Altstadt, der schwedischen Hauptstadt. Dieser Teil Stockholms ist wahrlich eine touristische Hochburg und so schlängeln wir uns zwischen den vielen Kreuzfahrttouristen die kleinen süßen Gassen entlang. Zwischen dem Königlichen Schloss und der Deutschen Kirche reihen sich die Souvenirläden, Restaurants, Cafés, Galerien und Kunsthandwerksgeschäfte aneinander. Wir lassen uns treiben und erreichen ein wenig später die Bogenbrücke Norrbro, welche uns zur Royal Swedish Opera führt.

 

In der ersten Etage der Oper sind verschiedene Kostüme namenhafter Opern ausgestellt und auf einmal tut sich ein großer Saal vor uns auf. Wie aus einer anderen Zeit mit Kronenleuchtern, riesigen Spiegeln, goldenen Verzierungen und Mobiliar aus prunkvollen Zeiten - einfach zum staunen. Zwar hatten wir uns einige Punkte auf unsere Besichtigungsliste geschrieben, von Orten die wir unbedingt in Stockholm sehen möchten, aber Tatsache kann man sich in dieser Stadt wunderbar treiben lassen. Die Oper hatten wir gar nicht auf dem Plan und so ging es uns während unseres ersten Tages in Stockholm des Öfteren. Hier steht wirklich das Entdecken im Vordergrund!

 

Die Sonne gab heute nochmal ihr Bestes, also kauften wir uns kurzerhand ein Eis und fuhren in die 9te Etage des Hotels Urban Deli. Auf der coolen Rooftop Terrasse haben wir unseren Blick über die Stadt schweifen lassen und uns eine kurze Pause gegönnt bevor unsere Erkundungstour weiter ging. Eine richtige Abkühlung verschaffte uns dann der 231 Meter lange Brunkebergs Tunnel, der als Abkürzung für Fahrradfahrer und Fußgänger zum Stadtzentrum gilt. 

 

Eigentlich wollten wir heute nur eine kleine Tour durch die City machen, am Ende sind dann aber doch wieder etliche Kilometer zusammen gekommen. Kurz bevor wir wieder die Reise in Richtung Campingplatz antreten, schauen wir noch in der Stadtbibliothek, welche 1928 eingeweiht wurde, vorbei. Da das von Gunnar Asplund entworfene Gebäude rund ist, reihen sich die Bücher hier in 360 Grad Regalen auf 3 Etagen aneinander. Wirklich hübsch anzusehen! 

 

Von der U-Bahn Station T-Centralen startet dann unsere Rückreise, aber natürlich nicht ohne ein Foto des Kunstwerkes an der Rolltreppe. Denn mehr als 90 der 110 Stationen der Tunnelbana fügen sich zu einem gigantischen Kunstwerk zusammen. Von der Bemalung, über die Illumination bis hin zu Kacheln und Wandreliefs. Nicht umsonst nennen die Stockholmer ihre U-Bahn Stationen die längste Galerie der Welt. 

 

Im Vergleich zur Altstadt findet man in Norrmalm schon eher das trendige Stockholm. So haben sich viele moderne und stylische Hotels, Bars, Restaurants und Geschäfte hier angesiedelt. Das Publikum ist jung, international und bunt. In den vielen Restaurants und Bars herrscht geschäftiges Treiben. Die Stockholmer lassen sich von den doch hohen Preisen nicht irritieren und genießen den Sommer bei 30 Grad. Wir freuen uns auf den morgigen Tag und fallen am Abend geschafft ins Bett.

Tag 74 - Fotografiska, Sofo & Sonne pur

21. Juli 2018

Von der Station Mälarhöjden ging es heute zuerst etwas hoch hinaus zum Skinnarviksberget und zum Monteliusvägen - zwei schöne Aussichtspunkte mit Blick in Richtung Innenstadt. Das Wetter hatte es mal wieder gut mit uns gemeint und so standen 26 Grad auf der Temperaturanzeige, gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit wurde es aber doch ganz schön anstrengend die kleinen Steigungen mit einem Lächeln im Gesicht zu meistern. 

 

Entlang eines Wasserarmes der Ostsee ging unser Weg weiter zu einem Highlight unseres Stockholmbesuches. Das Museum Fotografiska stand auf unserer Wunschliste für die Hauptstadt und so wurde es für uns auch eine gelungene Abwechslung zum normalen Sightseeing. Das Museum beherbergt wechselnde Ausstellungen und gilt als DAS Museum für Fotographie in Europa. Während unseres Besuches wurden Fotographien aus dem Bereich Haut Couture, Surreales, Landschaft und Tierwelt gezeigt, aber auch Aufnahmen die Geschichten eines Lebenswandels erzählten sowie das Leben und die künstlerische Sicht von der McCartney Familie. Eine bunte Mischung die jeden Raum einzigartig und die Ausstellung spannend machte. Natürlich hat Sören auch ein paar Inspirationen mitgenommen und seine Leidenschaft weiter zu entwickeln. 

 

Ein paar Straßen weiter tauchten wir dann ins In-Viertel SoFo ein. Jedem ist ja bestimmt SoHo aus New York oder London ein Begriff und wir konnten heute die Stockholmer Variante davon kennenlernen. Ein Hipster Viertel in dem man einen Schaufensterbummel genießen kann oder einfach nur die bunte Mischung der Leute, Kleidungsstile immer mit einer Portion Extravaganz und Verrücktheit. Uns hat es stark an eine Mischung aus Kreuzberg und Friedrichshain erinnert und gleich ein wenig Heimatfeeling vermittelt. 

 

Unser 2ter Tag in Stockholm verging in Windeseile und die Stadt wird uns auf jeden Fall in guter Erinnerung bleiben. Jung, modern & historisch zugleich, dynamisch, bunt und von vielen kleinen und großen Highlights gespickt. Wir haben viel gesehen, sicher aber nur ein Bruchteil vom dem was Stockholm im Ganzen zu bieten hat. Wir heben uns noch etwas für unseren nächsten Besuch auf und können einen die Stadt wärmstens empfehlen. Auch im Umland gibt es viel zu entdecken. Ob eine Fahrt zum Schloss Drottningholmen oder eine Schärenfahrt - in Stockholm kann man gut und gerne eine ganze Woche verbringen. Tack Stockholm - vi kommer tillbaka! 

Tag 75 bis 77 - Auf in Richtung Göteborg

22. - 24. Juli 2018

Unser nächstes Etappenziel ist Göteborg, da uns dieses aber zu weit ist und einen langen Fahrtag bedeuten würde, machen wir ungefähr auf halber Strecke halt. In der Nähe der Gemeinde Ödeshög suchen wir uns also einen Freistehplatz.

 

Auch wenn unser erster Anlaufpunkt ganz hübsch gelegen ist, so entscheiden wir uns noch ein paar Meter weiter zum nächsten Freistehplatz zu fahren. Aber siehe da, wir sind in eine Einbahnstraße hinein gefahren und um zum nächsten Platz, der wirklich nur ein paar Meter zurück in der anderen Richtung liegt zu kommen, müssen wir nun einen Umbogen von 25 KM fahren. So ist das eben, wenn man keine Schilder lesen kann. Als wir dann endlich an unserem Ziel angekommen sind, sind wir recht zufrieden, da wir direkt am Vätternsee stehen. Eigentlich sieht es gar nicht nach einem See aus, vielmehr nach dem offenen Meer oder einem großen Fjord. Da wir heute Morgen in Stockholm ganz entspannt in den Tag gestartet sind, ist nun auch nicht mehr so viel Zeit um die Gegend zu erkunden. Also machen wir es uns vor dem Camper gemütlich und lassen den Abend am See ruhig ausklingen. 

 

Nach 20 Tagen Schweden sagen wir nun bald auf Wiedersehen. Der letzte Tag ist angebrochen und so machen wir uns auf den Weg nach Göteborg. Während unserer gesamten Reisen investieren wir viel Zeit in die Planung. Wo reisen wir hin, wie sieht die Route aus, welche Städte und Sehenswürdigkeiten schauen wir uns an, welche Freistehplätze oder Campingplätze kommen für uns in Frage? Und so haben wir uns natürlich auch über Göteborg belesen.

 

Die Stadt hat 2 Campingplätze und genau diese beiden Plätze waren bereits ausgebucht. Also blieb uns nur noch die Möglichkeit des Freistehens. Wir haben es wirklich lieben gelernt unser Lager mitten in der Natur aufzuschlagen und bisher immer großartige Erfahrungen gesammelt. Aber in Göteborg ist Freistehen anscheinend ein großes Problem für die Wohnmobilisten, denn überall liest man von Einbrüchen. Einmal kurz die Stadt besichtig, nur mal kurz für 5 Minuten einkaufen gewesen und zack ist es passiert. Die Erfahrungsberichte der anderen Camper lesen sich wirklich gruselig. Klar kann man es darauf ankommen lassen und hat vielleicht Glück, aber das Risiko ist uns zu hoch. Also stellen wir uns auf ein Hafengelände für Segel- und Motorboote und lassen die Besichtigung Göteborgs ausfallen. Die gebuchte Fähre geht am nächsten Morgen um 04.15 Uhr, es wird also eh eine kurze Nacht. 

Es war war wirklich eine sehr kurze Nacht, oder vielleicht auch eher gar keine Nacht. Wir beide haben bis 02.00 Uhr in der Nacht vor uns hingedöst und auf jeden Fall kein Auge zugetan. Dann ging es auch schon los in Richtung Fährhafen. Dieses Mal sind wir vorsichtig und passen auf wie die Luchse in welche Schlange wir eingewiesen werden und wohin wir mit unserem Wohnmobil fahren sollen. Nicht dass wir schon wieder auf die falsche Fähre fahren, wie bei unserer Überfahrt nach Helsinki. Aber diesmal geht alles gut. Pünktlich legt die Stena Line Fähre um 04.15 Uhr ab und wir bekommen noch eine schöne Sicht auf Göteborg zum Sonnenaufgang. Wir sitzen draußen auf Deck 10 während unser Wohnmobil irgendwo im Schiffsbauch den anderen Campingmobilen Gesellschaft leistet. Wir haben uns ein Brot geschmiert und halten in der anderen Hand einen heißen Kaffee aus der Thermoskanne. Das Schiff der Stena Line ist bisher das größte Schiff mit dem wir auf unserer Reise übersetzen und wir merken kaum einen Wellengang. Nach ca. 3 Stunden kommen wir in Dänemark an. Wir sind ganz schön platt und die Müdigkeit auf Grund des fehlenden Schlafes steckt uns ganz schön in den Knochen. Als wir vom Hafengelände runter sind machen wir uns auf den Weg nach Nøre Lyngby. Da uns fast die Augen zufallen, wir aber noch eine Stunde Fahrt vor uns haben, singen wir laut und spielen "Ich sehe was, was du nicht siehst", nur um uns wach zu halten.

 

Angekommen am Campingplatz holen wir direkt ein wenig Schlaf nach und sind am Mittag wieder fit um die Gegend zu erkunden. Was für ein schönes Fleckchen Erde. Der Campingplatz ist nur 300 Meter von den beeindruckenden Klippen entfernt. Es sieht großartig aus, das blau-türkise Meer, der breite Sandstrand und die im Sonnenlicht golden leuchtenden Klippen - was für ein grandioser Ort. Über eine steile Treppe steigen wir von der Klippe in Richtung Strand hinab (so eine steile Treppe haben wir noch nie gesehen!) und genießen einen ausgedehnten Spaziergang. Am Abend hilft Sören unseren Nachbarn noch beim Zeltaufbau und anschließend wird gegrillt. Geschafft aber glücklich fallen wir ins Bett und freuen uns schon auf unseren 2ten Tag in Dänemark. 

Tag 78 - Wandern durch die Sanddünen Dänemarks 

25. Juli 2018

Heute Nachmittag wollen wir weiter in Richtung Süden fahren. Aber zunächst machen wir uns noch auf den Weg zum Leuchtturm von Rubjerg Knude. Wir brechen also nach dem Frühstück auf und der Hinweg führt uns zunächst über hügelige Wiesen, später dann direkt durch die Dünen. Auch wenn die Strecke eigentlich nicht gar so lang ist, brauchen wir doch länger als gedacht. Denn durch die Dünen zu wandern ist recht beschwerlich. Einen Schritt voraus und wieder einen halben zurückgerutscht.

 

Die Schuhe sind voller Sand und es geht auf und ab. Es macht aber einen riesen Spaß die Dünen förmlich nach unten zu surfen bis wir an unserem Ziel ankommen. Der Leuchtturm wurde 1900 inmitten einer Wanderdüne erbaut, ist 23 Meter hoch und konnte das Lichtsignal 42 KM ausstrahlen. Jedoch gab es mit den Jahren immer wieder Herausforderungen auf Grund des Sandes und dem Abbruch der Klippe. Zeitweise war ein Teil des Leuchtturmes im Sand verschüttet und ein Zugang nicht möglich - immer wieder musste er vom Sand befreit werden, doch schien es eher nach einem Katz und Maus Spiel. 

 

Im Moment ist der Leuchtturm noch für Besucher zugänglich, dies kann sich allerdings wegen des stetigen Klippenabbruchs schnell ändern. Aktuell sind es noch 8 Meter bis zur Klippe. Sollte dieser Abstand aber auf 5 Meter schrumpfen, so wird der Leuchtturm für immer geschlossen und abgetragen werden, um einen Absturz ins Meer zu verhindern. Wer diese Sehenswürdigkeit besuchen möchte sollte sich also beeilen. 

 

Der Rückweg führte uns entlang der Küste zurück zum Stellplatz. Wir laufen barfuß durch den Sand, sammeln Muscheln und machen ein kleines Picknick. Die Landschaft in diesem Teil Dänemarks hat uns sehr gut gefallen und wir sind von den Klippen, dem weitläufigen Strand und dem Meer beeindruckt. Gerade bei diesen sommerlichen Temperaturen lässt es sich hier gut aushalten. Am Nachmittag fahren wir dann weiter zum nächsten Campingplatz nach Svinkløv Klitplantage. Als wir einchecken bekommen wir einen Plan des Campingplatzes und können uns einen freien Stellplatz aussuchen. Bei 300 Stellplätzen gar nicht so einfach. Wir erkunden noch die Umgebung und schauen uns den Sonnenuntergang an bevor der Tag langsam aber spät ein Ende nimmt. 

Tag 79 - Die Seele baumeln lassen

26. Juli 2018

Jeden Tag den Stellplatz zu wechseln ist auf Dauer doch recht anstrengend. Meist sind es ein paar Stunden Fahrt bis zum nächsten Ziel, dann steht die Planung für den nächsten Tag an und die Umhebung will schließlich auch noch erkundet werden. Um also mal ein bisschen mehr Zeit zu haben und den Ort auch richtig genießen zu können, hängen wir hier bei Sletterstrand noch einen 2ten Tag hinten dran. 

 

Nach einem leckeren Frühstück wandern wir über die Dünen an den Strand hinunter und laufen Ewigkeiten am Meer entlang. Wir genießen die Ruhe und die klare Luft und machen um die Mittagszeit ein kleines Picknick. Später kommen uns an der Küste ein paar Reiter mit ihren Pferden entgegen - wie in diesen kitschigen Liebesromanen. Die Temperaturen klettern heute wieder auf 29 Grad, am Meer lässt es sich aber prima aushalten. In wenigen Tagen werden wir an der Küste hoffentlich die totale Mondfinsternis sehen. Auch nach 75 Tagen auf engstem Raum genießen wir die Zeit zu Zweit und haben nicht ansatzweise das Gefühl dem anderen nichts mehr zu sagen zu haben.  Es ist schön, wenn man die Erlebnisse miteinander teilen kann und zusammen seine eigene Geschichte schreibt.

 

Am Nachmittag werden wir die kommenden Tage planen. Schon bald machen wir einen kurzen Abstecher nach Deutschland, bevor es über die Niederlande und Belgien in Richtung Großbritannien geht.  

Tag 80 bis 83 - Blutmond, Großeinkauf und zu Besuch

27. - 30. Juli 2018

Heute ist der große Tag der Mondfinsternis und wir fahren weiter Richtung Süden. Während der Fahrt ziehen Kornfelder an uns vorbei und die Kühe grasen auf den Weiden. Es ist alles hübsch anzusehen und die Fahrzeit vergeht schnell. Auf dem Campingplatz in Hvide Sande herrscht ein großer Andrang und es gilt freie Platzwahl. Tatsache suchen wir 40 Minuten nach dem geeigneten Platz, da zur Ferienzeit wahnsinnig viel los ist und fast alle Plätze belegt sind. Aber glücklicherweise werden wir dann doch noch fündig. Da es unerträglich warm ist, machen wir uns gleich auf zum Strand und kühlen uns in der Nordsee ab. Hier gibt es keine Quallen - da macht das Baden gleich viel mehr Spaß. Am Abend machen wir uns pünktlich zum Sonnenuntergang auf in Richtung der Dünen zu einem Leuchtturm, um von hier aus das Spektakel der Mondfinsternis zu verfolgen. Viele Fotografen stehen verteilt in den Dünen um ein schönes Foto zu machen - schließlich wird unsere Generation dieses Schauspiel nur einmal erleben. Zunächst sehen wir rein gar nichts, da der Mond im Dunst verschwunden zu sein scheint. Wir harren aber aus und haben Glück, doch noch einen Blick auf den Mond erhaschen zu können. Nach einer kalten nächtlichen Dusche gehen wir ins Bett und hoffen, dass sich die heiße Sonne am nächsten Tag gnädig zeigen wird. 

 

Nach gut 3 Monaten geht es am 28.07. wieder zurück ins Heimatland. Vor einigen Tagen haben wir uns eine Einkaufsliste geschrieben und kaum sind wir über die Grenze von Dänemark nach Deutschland gefahren, steuern wir auch schon den ersten Supermarkt an. Da wir wissen, dass es in den nächsten Ländern wohl wieder etwas teurer wird, was die Lebensmittelpreise angeht, füllen wir unsere Vorräte also nochmal kräftig auf. Alles haben wir im ersten Supermarkt nicht bekommen, also fahren wir noch zu einem Zweiten, Sören geht noch zum Frisör und wir tanken das Womo nochmal voll. Verglichen mit anderen Länder ist Deutschland wirklich günstig. Da es heute ein langer Fahrtag war, kommen wir recht spät am Hafen von Glücksburg an, wo wir Freistehen und eine wunderbar ruhige Nacht verbringen. 

 

Gleich zu Beginn unserer Reise haben wir Armin und Maria auf einem Campingplatz in  in Litauen kennengelernt. Beide sind schon richtige Campingurgesteine und waren schon in den verschiedensten Ländern unterwegs. Während unserer Reise durchs Baltikum haben wir die Beiden mit ihrem Hund Bonnie immer mal wieder getroffen. Die Beiden boten uns an sie doch mal zu besuchen, wenn wir wieder in Deutschland sind. Am 29.07.2018 machten wir uns also auf den Weg in Richtung Kiel, um unsere Campingfreunde zu besuchen. Kurz davor besuchten wir noch das Örtchen Sören, ja richtig Sören besitzt sozusagen einen eigenen Ort :-). Wir verbrachten einen schönen Abend zusammen, wurden mit selbst gebackenem Pflaumenkuchen im Gartenparadies begrüßt und genossen später ein schmackhaftes Abendbrot. Nach einem gemeinsamen Frühstück war es auch schon an der Zeit uns wieder zu verabschieden. Wir sind sehr dankbar, bei Armin und Maria zu Gast gewesen sein zu dürfen und hatten eine tolle Zeit. 

 

Am 30.07. führte uns unser Weg weiter in Richtung Niederlande - kurz vor der Grenze machten wir aber noch einmal Halt, um eine Nacht im Ort Haren auf dem wunderschönen Freistehplatz direkt am Fluss Ems zu verbringen. Insgesamt waren wir 9 Stunden mit dem Womo unterwegs, so dass der Tag eigentlich auch schon vorüber war als wir ankamen. Zwischendurch hielten wir noch in einer Werkstatt um die Räder von vorn nach hinten und umgekehrt zu tauschen. Bei der Hitze war uns aber eh nicht nach sonderlich viel Aktivität zu mute, so dass wir den Abend auf einer kleinen Sitzbank am Fluss genossen und die Seelen baumeln ließen. Morgen gehen es dann nach Amsterdam und schon bald besuchen wir Marc und Delphine in Belgien.

Tag 84 - Verwinkelte Gassen & viel Charme - Amsterdam

31. Juli 2018

Was für eine Stadt - angekommen am Campingplatz Zeeburg wollen wir in den nächsten 2 Tagen Amsterdam entdecken. Der Campingplatz ist recht voll und Zelte über Zelte decken auch den letzen Rest an grüner Rasenfläche ab. Schon hier weht uns ein leichter Grasgeruch entgegen. Damit meine ich natürlich nicht den schönen Duft von frisch gemähtem Rasen sondern den typischen Amsterdam-Grasgeruch. 

 

Leider hat der erste Stellplatz eine unzureichende Stromabdeckung, so dass die Stromzufuhr zu unserem Kühlschrank immer wieder unterbrochen wird. Wir parken also noch einmal auf einen anderen Platz um, richten uns ein und essen Abendbrot bevor wir in die Stadt aufbrechen. Heute gab es Spaghetti mit selbst gemachter Carbonara Sauce - Anne ist im 7. Himmel :-).

 

Mit der Tram sind wir innerhalb von 10 Minuten an der Central Station und sind schon mitten im Getümmel. Sofort fallen uns die unzähligen Fahrräder und sogar ein Fahrrad Parkhaus auf. Als Erinnerung an Holland kaufen uns gleich in einem Souvenirshop einen Windmühlenmagneten. Da sich die besten Fotos zur sogenannten blauen Stunde aufnehmen lassen - dies aber nur ein relativ kurzes Zeitfenster ist, machen wir uns also im Laufschritt durch die Stadt. Wie immer haben wir uns vorher schon die besten Hotspots rausgesucht und können alles schnell zu Fuß erkunden. Amsterdam ist in der Tat sehr fotogen und an jeder Ecke entdecken wir ein neues lohnenswertes Motiv.

 

Nach unserem kleinen Marathon setzen wir uns schließlich an einen Kanal, lassen die Füße baumeln und schauen gegenüber ins Rotlichtviertel. Die Frauen stehen in ihren Fenstern zwinkern den Männern zu und es dauert nicht lang, da macht schon der Nächste Halt. Alle paar Meter finden wir hier auch die berühmt-berüchtigten Coffeeshops. Wir Beide mögen den Geruch nicht sonderlich und haben das Gefühl, dass hier jeder Zweite high durch die Straßen rennt. Jeder ist hier gechillt und macht sich sein ganz eigenes Amsterdam Erlebnis. Gemütlich Bummeln wir durch die kleine  Gassen und gegen 23.00 Uhr machen wir uns wieder auf den Heimweg. Wir nehmen viele großartige Eindrücke von unserem ersten Tag in Amsterdam mit und fallen erschöpft ins Bett.

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